Mongolei 2019 – unsere Erlebnisse

Reiseberichte Mongolei

 

Mongolei – Reiseberichte zu unserer Rundreise

Wir sind mit der Transsibirischen Eisenbahn von Russland (Irkutsk) in die Mongolei (Ulanbaatar) eingereist. Eigentlich wollten wir die Rundreise eigenständig durchführen, haben uns dann aber doch für eine geführte 23 Tage Reise entschieden. Was wir nicht bereuten, denn wir haben sehr viele Dinge gesehen und erfahren auf dieser privaten Tour mit dem Jeep durch viele Gebiete, Dörfer und Städte.

Wir sind in Ulanbaatar gestartet, Richtung Süden gefahren, mit Stopps in der mittleren und südlichen Gobi (GOBI Dessert), waren auf den Sanddünen der sogenannten Wüste GOBI  und in der Geierschlucht. Dann sind wir Richtung Norden weiter, über die alte Hauptstadt Karakurum, haben am White Lake 2 Tage verbracht und dann versucht die Rentierherden im Norden zu finden. Mit dem Flieger zurück nach Ulanbaatar, um uns dort noch 3 Tage die Umgebung zeigen zu lassen.

Wir waren fast 30 Tage in der Mongolei, bevor wir wieder mit der Transsibirischen Eisenbahn Richtung Peking aufgebrochen sind.

Es war unheimlich beeindruckend , sehr informativ und wird sicher zu einem der schönsten Erlebnisse unserer Weltreise zählen-  lest es detailliert in unseren Reiseberichten …

 


Unser Fazit zur Russlandreise findet Ihr hier ..


Ulanbaatar

Reisetag – Sonntag 08.09.2019

Ulan Batar und Zugfahrt Richtung Peking

Um 6:30 Uhr holt uns ein Taxi vom Hotel Platinum ab.
Es ist Sonntag und deshalb ist kaum Verkehr, sodass wir für die Strecke zum Bahnhof nur 10 benötigen.
Draußen ist es kalt, nur 6 Grad Celsius, der Sommer neigt sich dem Ende zu. Nächste Woche soll es schon den ersten Schnee geben, sicherlich noch nicht in Ulan Bator, aber weiter oben in den Bergen kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Am Bahnhof angekommen, können wir nur erahnen, wo unser Zug abfährt. Eine Anzeige gibt es nicht, vielleicht haben wir sie übersehen. Am ersten erreichbaren Bahnsteig stehen schon einige Touristen und wir vermuten, dass unser Zug dort abfährt.
Kurze Zeit später läuft ein Zug ein und wir fragen einfach die Zugbegleiterin, die uns sehr freundlich bestätigt, dass wir richtig sind. Wir dürfen auch schon einsteigen. Beim Einstieg müssen wir wieder Ticket und Pass vorzeigen.
Ich finde das gut, denn so kann man sicher sein, dass man im richtigen Zug ist.

Der Zug ist so, wie ich mir die Transsibirische bzw. die Transmongolische Eisenbahn vorgestellt habe. Es ist ein älteres Modell, beim Einstieg sehen wir ein offenes Feuer, mit dem der Samowar beheizt wird und unser Abteil für zwei Personen hat Liegen und einen Sitz, die mit rotem Samt bespannt sind. Großartig! Außerdem gibt es in unserem Abteil eine Dusche, die wir mit dem Nachbarabteil teilen. Ich glaube, wir werden sie lieber nicht benutzen 🙁

Pünktlich um 7:30 Uhr fahren wir los. Wie man diese Pünktlichkeit hier immer hinzukommt, bleibt ein Rätsel, vor allem, wenn man betrachtet, um welche langen Strecken es hier geht. Warum geht das in Deutschland eigentlich nicht?

Kurz nach der Abfahrt bekommen wir frische Bettwäsche und eine weiße Tischdecke. Wir holen uns Wasser aus dem Samowar, bereiten uns einen Tee und richten ums erstmal ein.
Ich lege mich hin und schlafe beim Rumpeln des Zuges ein.
Es ist sehr warm im Zug, 30 Grad Celsius und keine Klimaanlage.

Wir werden jetzt 31 Stunden mit dem Zug unterwegs sein.

Die Landschaft ist wieder mal karg, gelb-grüne Steppe soweit das Auge reicht, hin und wieder mal ein paar Gers.. Ab und zu stoppt der Zug, weil wir auf einen entgegenkommenden Zug (meist superlange Güterzüge) warten müssen.

Zu Mittag gehen wir ins Zugrestaurant und essen leckere Suppen. Das Restaurant sieht schön aus, irgendwie nostalgisch, Tische mit hübschen Schnitzereien und auf den Sitzbänken liegen kleine Läufer.

Um 18:50 Uhr erreichen wir die Grenze der Mongolei. Unsere Pässe werden eingesammelt und mitgenommen. Um 20:35 Uhr verlassen wir die Mongolei und erreichen um 21:00 Uhr die chinesische Grenze. Alle Passagiere müssen samt Gepäck raus aus dem Zug und in ein Gebäude, wo die Pass- uns Gepäckkontrolle stattfindet. Die Abfertigung dauert nur knapp 45 Minuten.
Alles läuft reibungslos, ist bestens organisiert und ich muss auch erwähnen, dass ich noch nie so freundliche Beamte gesehen habe. Fast alle können bei ihrer wichtigen Arbeit lächeln und als Thomas mal wieder seinen großen Rucksack zur Kontrolle öffnen muss, finden sie das amüsant, die ganzen Taschen, die der Rucksack hat und was da alles drin ist und am Ende helfen sie sogar, alles wieder einzupacken. Das übertrifft nun alle Erwartungen.

Wir müssen im Gebäude warten, denn der Zug wird jetzt auf ein anderes Fahrgestell gesetzt, da die Schienen in China eine andere Spurbreite haben. Leider dürfen wir das Schauspiel nicht Mit ansehen.

Um 0:00 Uhr steigen wir endlich wieder ein. Wir sind müde und legen uns schlafen. Wir bekommen noch kostenlose Gutscheine für Frühstück und Mittagessen. Da das Frühstück zwischen 6:30 und 7:00 Uhr stattfinden muss, verzichten wir.
Um 2:00 Uhr fährt der Zug weiter.

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Ulanbaatar - die Hauptstadt der Mongolei
Bahnhof Ulanbatar – Ankunft und Abfahrt der Transsibirischen Eisenbahn

Dieser Pack-Safe war eine super Investion noch kurz vor der Reise:

  1. Pacsafe Travelsafe 5L – Mobiler Safe mit TSA-Zahlen Schloß, Trage-Tasche mit Anti-Diebstahl Technologie, 5 Liter Volumen, Anthrazit/Charcoal


Samstag 07.09.2019

Tag: 55 Ulan Batar

Ein Tag zum Relaxen, Wäsche waschen und vorbereiten der nächsten Etappe.

Die Stadt Ulanbatar- Fluch und Segen der Mongolei, Ausgabgspunkt zur Wüste Gobi
Zentrum von Ulanbatar – Mongolei

Freitag 06.09.2019

Tag: 54 Ulan Batar

Wir machen uns auf den Weg zum Narantuul Market. Dort waren wir schon einmal bei unserem ersten Aufenthalt in Ulan Bator. Es gibt unendlich viele Stände mit allen möglichen Waren.

Für uns hat die Outdoorhose für Thomas Priorität.
Wir bekommen leider keine, dafür aber Socken, Klebeband und einen Bleistiftanspitzer.
Mit dem “Schwarztaxi” (80Ct) geht es in Richtung Hotel und noch schnell bei Pizza Hut eine Kleinigkeit essen.

Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zu einem kleinen Theater, in dem wir uns eine traditionelle mongolische Show ansehen wollen.
Als wir dort ankommen, sehen wir plötzlich Billy, unseren Guide, mit dem wir mehr als 20 Tage durch die Mongolei getourt sind. Er ist dort mit seiner amerikanischen Reisegruppe. Was für ein Zufall! Billy nimmt unseren Gutschein von AMICUSREISEN und schleust uns relativ schnell durch den Eingang.

Die Show ist wirklich toll. Es gibt wunderbare mongolische Musik und Tanz. Am meisten beeindrucken uns die Kehlsänger.
Wir sind begeistert…

Nach der Show regnet es Blasen… Wir laufen zum Hotel und sind so nass, dass wir uns komplett umziehen müssen und entscheiden uns für ein Abendessen im Restaurant unseres Hotels.

Donnerstag 05.09.2019

Tag: 53 Ulan Batar

Heute gibt es Frühstück auf dem Zimmer. Keine Ahnung, ob dass hier im Kaisers Hotel immer so ist oder ob wir das versehentlich so gebucht haben. Das Frühstück war nicht so toll, aber wir sind satt geworden.

Danach machen wir uns auf zum Büro von AMICUSREISEN, um dort ein Feedback zu unserer Reise zu geben. Wir haben ein paar Sachen zu bemängeln, loben aber insgesamt die Rundreise sowie Fahrer und Guide. Die Mitarbeiter von AMICUSREISEN sind sehr offen für unsere Kritik und als Dankeschön bekommen wir noch einen Gutschein für den Besuch einer traditionellen Show hier in Ulan Bator.

Dann checken wir im Kaisers aus und wechseln für die nächsten drei Nächte ins Hotel Platinum, welches dem Kaisers glücklicherweise gleich gegenüberliegt.
Gestern war dort leider nichts mehr frei, deshalb waren wir eine Nacht im Kaisers Hotel.

Nach dem Check-in im Platinum und ein bisschen Stress (schlechteres Zimmer als gebucht, also nochmal Zimmer tauschen, dann noch Austausch des Safes, weil dieser nicht funktioniert und noch ein paar andere Kleinigkeiten) treffen wir uns nochmal mit Billy im Restaurant Black Burger. Er hatte vorhin kurz angerufen. Wir trinken eine Cola zusammen, essen Burger und dann muss Billy auch schon wieder los.

Shoppen in Ulanbaatar vor der Tour
EDEKA in Ulanbaatar

Wir gehen in unser Zimmer und richten uns etwas ein, schließlich bleiben wir mal drei Nächte hier.

Am Nachmittag schlendern wir durch die Innenstadt auf der Suche nach einer Outdoorhose für Thomas (seine ist kaputt gegangen). Haben leider noch keine gefunden, morgen geht die Suche weiter.

Ulanbaator mit Vergnügungsparks - Things to Do
Ulanbaator mit vielen Sehenswürdigkeiten – Things to Do

Wir gehen noch in den Vergnügungspark und suchen das Theater, in welchem wir uns noch eine Show ansehen wollen.

Mittwoch 04.09.2019

Tag: 52 Terelj Nationalpark – Gun Galuut Nature Reserve – Ulan Bator

Heute ist der vorletzte Tag unserer Reise.
Nach dem Frühstück brechen wir auf in Richtung Gun Galuut Nature Reserve.
Unterwegs besichtigen wir das riesengroße Reiterstandbild von Dschingis Khan. Die Statue zeigt ihn auf dem Rücken eines Pferdes sitzend. Dschingis Khan war der erste Großkhan der Mongolen, er einigte das Mongolische Reich und eroberte weite Teile Asiens und Europas.


Die etwa 30 m hohe Statue steht auf einem rund 10 Meter hohen Gebäude mit 36 Säulen, das als Sockel dient. Damit ist sie das derzeit höchste Reiterstandbild der Welt. Das im Jahre 2008 eingeweihte Denkmal wurde von 500 internationalen Ingenieuren errichtet und besteht aus rund 250 Tonnen Edelstahl.


Im unteren Bereich befindet sich ein schönes Museum, in dem die Entwicklung von der Jurte bis zum Ger anschaulich dargestellt ist. Man kann im Inneren der Statue mittels Fahrstuhl und einigen Stufen bis auf die Mähne des Pferdes gelangen, von wo man einen wunderschönen Ausblick auf den Reiter Dschingis Khan und die Landschaft hat.

Unsere Fahrt führt uns weiter in das Gun Galuut Nature Reserve, welches sich ca. 130 km südöstlich von Ulan-Bator befindet.
Weder unser Guide noch Fahrer kennen das Gebiet. Wir müssen im riesigen, fast nicht bewohnten Gelände einige Zeit suchen, um das Camp zu finden.
Es liegt sehr einsam in einem Tal und macht einen unbewohnten Eindruck. Wir sind sehr skeptisch und inspizieren erstmal die sanitären Anlagen und das Ger.
Nachdem wir in den vergangenen zwei Tagen ein superschönes Ger hatten, sind wir hier doch ganz schön enttäuscht.
Beim Mittagessen im Camp entscheiden wir, auf die Übernachtung hier zu verzichten und die Reise heute in
Ulan Bator zu beenden.

Wir nutzen den Nachmittag, um mit einem Ranger des Park nach dort lebenden Tieren Ausschau zu halten und entdecken viele Steinböcke und Vögel.

Gegen 16:00 Uhr brechen wir auf nach Ulan Bator. Es sind nur 130 km, wir brauchen aber drei Stunden, da in und um Ulan Bator ein Verkehrschaos herrscht.


Diese super leichten Schuhe haben bisher unsere Erwartungen mehr als erfüllt:


Wir buchen wir ein Hotel und erreichen dieses 19:00 Uhr. Nun heißt es Abschied nehmen von Billy und unserem Fahrer. Wir bedanken uns sehr herzlich für eine tolle Reise, an deren Gelingen die Beiden einen sehr großen Anteil haben.

Dienstag 03.09.2019

Tag: 51 Ein Feiertag in der Mongolei

Terelj Nationalpark

Die Nacht ist unruhig, wir werden mehrfach gestört…
Es hört sich an, als ob jemand mit einer Peitsche gegen unser Ger schlägt. Vorsichtig schauen wir raus und sehen eine Herde Pferde. Sie grasen und hauen gleichzeitig mit dem Schwanz immer gegen das Zelt. Früh am Morgen das gleiche Schauspiel noch einmal. Sie sind schön anzusehen, aber nachts um 1 Uhr und morgens um 6 Uhr???

Der Gorkhi Terelj Nationalpark liegt ca. 70 km östlich der Hauptstadt. Der Nationalpark ist durch seine natürliche Schönheit, bewaldete alpine Berge und interessante Felsformationen sehr bekannt.
Wir fahren ca. 10 km bis zum Meditationstempel Ariyabal, einem Highlight im Park. Buddhistische Mönche führen seit vielen Jahren Meditationsrituale inmitten schöner und ruhiger Berge durch. Da wir zeitig auf dem Weg sind, ist die Anzahl der Besucher noch sehr überschaubar.
Man muss eine ganze Weile bergauf laufen und dann noch 116 Stufen steigen, um den Tempel zu erreichen. Es ist ein schöner Spaziergang und Billy füllt ihn mit vielen Anekdoten.

Nach gut 1,5 Stunden fahren wir zurück in Richtung Camp und halten am Melkhi Khad (Turtle Stone) an, einer interessanten Felsformation, die wie eine Schildkröte aussieht. Wir klettern ein Stück den Felsen hinauf und genießen den Blick über die Berge. Mir wird es dann zu steil, ich gehe runter und Thomas und Billy klettern noch ein Stück nach oben.


Die Felsformationen sind schon gigantisch, mit ein bisschen Fantasie kann man alles mögliche in den Felsen erkennen.

Am Nachmittag gehen wir wandern, natürlich mal wieder bergauf. Oben in den Bergen gibt es verschiedene Statuen, eine davon zeigt einen Wolf und bis zu diesem wandern wir.


Es stehen auch zwei Bänke da oben und wir genießen eine Pause bevor es wieder abwärts geht. Auf dem Rückweg treffen wir eine Herde Pferde, die sich von uns nicht stören lassen.

Ich denke, es handelt sich um unsere nächtlichen Besucher, die am Abend aus den Bergen ins Tal kommen.

Montag 02.09.2019

Tag: 50 Hustai Nationalpark – Terelj Nationalpark

Wir starten um kurz vor acht und fahren nach Ulan Bator.
Mitten in der Stadt befindet sich das Kloster Gandan, das zentrale Heiligtum der Mongolei. Das Kloster wurde 1727 gegründet und 1937 während des stalinistischen Terrors sehr stark beschädigt bzw. teilweise zerstört.

Die Anlage blieb bis 1944 geschlossen, danach erfolgte eine bedingte Wiedernutzung der erhalten gebliebenen Tempel. Bis zum Ende der Mongolischen Volksrepublik war das Gandan-Kloster das einzige Kloster der gesamten Mongolei, in dem religiöse Zeremonien – allerdings immer unter Kontrolle der Geheimpolizei – stattfinden durften. Im Kloster leben heute wieder über 600 München und es beinhaltet eine buddhistische Universität. Außerdem befindet sich hier die
26 Meter hohe Statue der Göttin Janraisig, für die das Kloster berühmt ist.
Wir sehen uns auf dem Gelände des Klosters um und betrachten die riesige Statue.


Außerdem können wir Mönche beim Gebet beobachten.

Danach fahren wir weiter durch Ulan Bator in Richtung Terelj Nationalpark. Es ist mal wieder wahnsinnig viel Verkehr und man kann deutlich einen dicken Smogfilm erkennen.

Wir erreichen den Nationalpark gegen 12:30 Uhr. Es gibt irgendein Problem mit der Reservierung. Billy tätigt ein paar Anrufe und nach kurzer Wartezeit beziehen wir unser Ger.
Wir haben ein Ger für vier Personen. Es ist das größte Ger, dass wie bisher hatten und wie ich finde, auch das schönste. Wir haben auch eine kleine Terrasse, von der wir weit in die Ferne schauen können.


Hier bleiben wir jetzt zwei Nächte.

Der Nationalpark Terelj ist der meistbesuchte in der Mongolei. Von den 500 Camps, die es in der Mongolei gibt, befinden sich hier allein 200.

Den Nachmittag nutzen wir für eine Wanderung. Wir laufen eine ganze Zeit bergauf und es ist ganz schön anstrengend. Von oben haben wir wieder einen schönen Blick auf das unglaublich weite Land.

Wir treffen keine anderen Leute.

Sonntag 01.09.2019

Tag: 49 Ulan Bator – Hustai Nationalpark

Um 10:00 Uhr holen uns Billy und unser
Fahrer vom Hotel ab. Dann geht es direkt zum Hustai Nationalpark, in dem die ursprünglichen mongolische Takhi (Wildpferde) leben.

Kurz nach der Ankunft in unserem sehr schönen Ger Camp gibt es Mittagessen. Wir können an einem sehr leckeren Buffet unsere Speisen selbst zusammenstellen.


Danach ist erstmal Pause angesagt. Wir treffen uns um 17:30 Uhr mit Billy, um uns einen Film in deutscher Sprache über den Hustai Nationalpark anzuschauen.

Wir erfahren, dass es hier lange Zeit keine Wildpferde mehr gab, nur noch in verschiedenen Zoos anderer Länder. Erst 1992 hat man die ersten 14 Pferde wieder auswildert und mittlerweile gibt es hier wieder einen Bestand von über 350 Pferden.
Billy erklärt uns, dass die mongolischen Wildpferde, die in der ganzen Welt bekannt sind, besonders robust und stark sind. Eine Besonderheit ist außerdem, dass sie 66 Chromosomen in ihrem Erbgut haben, während andere Pferde nur 64 Chromosomen haben.

Wir machen uns auf den Weg, um diese fantastischen Tiere in der Wildnis zu beobachten. Die Tiere kommen ca. zwei Stunden vor Sonnenuntergang aus den Bergen ins Tal, um zu trinken. Das ist dann die Chance für uns, welche zu entdecken. Wir fahren ein paar Kilometer in den Nationalpark hinein, und sehen auch schon die ersten Pferde. Es sind mal drei und mal vier Pferde und wir freuen uns und machen die ersten Fotos. Und dann haben wir richtig Glück und sehen eine ganze Horde von ca. 35 Pferde. Es sind auch Jungtiere dabei. Die Sonne geht schon unter und es ist ein wahnsinnig schönes Bild, die Tiere in freier Wildbahn zu beobachten.

Etwas später kommen ein paar Tiere direkt auf uns zu. Ich höre sie bevor ich sie sehe. Als sie uns entdecken, drehen sie schnell ab.
Wunderschön…

Wir müssen zurück… Bei der Ankunft im Camp ist es fast dunkel.

Samstag 31.08.2019

Tag: 48 Khovsgol Lake – UlanBator

Um 8:30 Uhr Uhr fahren wir knapp 1,5 Stunden zum Flughafen in Murun, um nach Ulan Bator zu fliegen.


Der Flughafen ist sehr klein, es ist noch kein Flugzeug zu sehen. Wir verabschieden uns von Billy und unserem Fahrer, die mit dem Auto knapp 1000 km nach Ulan Bator fahren werden. Gegen 12:30 Uhr Uhr fliegen wir ab. Der Flug dauert nur 45 Minuten, wir sind ca. 13:15 Uhr in Ulan Bator. Das Gepäck ist auch sehr schnell da.
Am Flughafen werden wir von einem Fahrer, der durch AMICUSREISEN organisiert wurde, abgeholt. Der Fahrer bringt uns zu unserem Hotel. Wir übernachten in einem anderen Hotel als ursprünglich geplant, da AMICUSREISEN uns als Überraschung ein besseres Zimmer gebucht hat, weil der Besuch der Nomadenfamilie mit den Rentieren nicht stattgefunden hat. Wir haben eine tolle Suite im Hotel Nine mit Schlafzimmer, Wohnraum mit Kochnische, Bad mit Whirlpool und Dusche und hochmodernen WC.
Nach 2,5 Wochen Gemeinschaftsduschen genießen wir unsere Badewanne mit Whirlpool.


Am Abend gehen wir noch ein bisschen in der Innenstadt spazieren und besuchen den großen Gobi Kaschmir Store.
Hier gibt es traumhaft schöne Kleidung aus Kaschmir. Ich habe noch nie eine derart gute Qualität gesehen. So weich und leicht, tolle Farben und sehr chic. Am liebsten würde ich hier einkaufen. Leider ist das nicht möglich, denn im Rucksack ist kein Platz.
Billy hatte uns schon erzählt, das die Mongolei für ihren Kaschmir in der ganzen Welt bekannt ist .

Gobi Cashmere Shoo

Wir dachten immer, dass Kaschmir eine besonders gute Wolle vom Schaf ist. Tatsächlich sind es aber die dünnen Edelhaare von Ziegen, manchmal auch vom Yak oder Kamel. Wieder etwas gelernt…

Freitag 30.08.2019

Tag: 47 Khovsgol Lake

Als ich aufwache, ist der Himmel blau wie fast immer in der Mongolei.
Wir wollen heute eine Stunde mit mongolischen Pferden reiten. Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen Angst vor Pferden habe, trotzdem möchte ich es ausprobieren. Ich glaube, ich habe mit 10 oder 12 Jahren das letzte Mal auf einem Pferd gesessen, vielleicht auch danach noch mal irgendwann im Urlaub, ich kann mich nicht erinnern.

Um 11:00 Uhr kommt ein Mongole mit drei Pferden, um uns abzuholen. Wir müssen vorher alle möglichen Handlungsanweisungen unterschreiben. Das Aufsitzen ist relativ einfach, da die Mongolischen Pferde relativ klein sind. Das macht die Sache für mich auch leichter, die Angst schwindet schnell.

Mongolische Pferde

Dann geht es los, ein bisschen bergauf und bergab durch den Wald, manchmal ist es ein bisschen steinig und manchmal auch moddrig und irgendwann reiten wir ein bisschen schneller durch ein kleines Stück des riesigen Nationalparks. Thomas’ Pferd pupst ununterbrochen, keine Ahnung, was das heute zu fressen bekommen hat.

Wir können den Ausritt wirklich genießen, da wir hier mal wieder fast die einzigen Leute sind. Es ist wunderschön durch den Wald zu reiten, es riecht gut nach Nadelwald und es ist so unglaublich ruhig.

Die Zeit ist leider schnell vorbei. Der Pferdehalter bekommt noch eine Schachtel mit Schnupftabak und ein Trinkgeld von uns und freut sich.
Dann erleben wir noch ein typisches mongolisches Ritual. Der Pferdehalter und unserer Fahrer tauschen ihren Schnupftabak. Das ist hier so üblich in der Mongolei, dass man gern mit dem anderen etwas tauscht, damit zeigt man seinem Gegenüber Respekt.

Danach sitzen wir noch kurz auf der Terrasse unseres Gers und besprechen, wie es nach der Mongolei in China weitergehen soll. Wir müssen das besprechen, denn am
08.09.2019 fahren wir weiter mit der Transmongolischen Eisenbahn nach Peking.

Nach dem Mittagessen fängt es plötzlich an zu regnen, der Himmel ist trotzdem noch blau mit dicken weißen Wolken.
Wir legen also eine Zwangspause im Ger ein und etwas später machen wir noch einen sehr schönen zweistündigen Spaziergang am See entlang. Das Wasser des Sees ist unglaublich klar, es ist windstill und so hört man nur das leise Plätschern des Wassers und sonst nichts.


Wir kommen noch an zahlreichen anderen Ger Camps vorbei, aber auch die sind scheinbar alle leer. Bis auf drei koreanische Touristen und ein paar einheimische Arbeiter treffen wir niemanden. Die Saison ist vorbei…

Beim Abendessen teilt uns Billy mit, dass wir morgen um ca. 12:00 Uhr von Murun nach Ulan Bator fliegen. Wir fliegen alleine, unser Fahrer und Billy werden die ca. 1000 km mit dem Auto nach Ulan-Bator fahren, gegen Mitternacht dort sein und uns am darauffolgenden Tag um 10:00 Uhr im Hotel wieder abholen. Die beiden sind echt nicht zu beneiden.
Wir bieten Ihnen an, uns später abzuholen, aber Billy lehnt das ab, da wir dann unseren Zeitplan nicht einhalten können.
Unsere Reise geht dann noch in verschiedene Nationalparks in der Nähe von Ulan Bator.

Billy hat noch eine Überraschung für uns. Unsere Reiseagentur AMICUS hat uns eine Entschädigung für den nicht durchführbaren Besuch der Nomadenfamilie mit den Rentieren geboten – wir bekommen in Ulan-Bator ein besseres Hotel als das eigentlich gebuchte. Wir lassen uns überraschen…

Donnerstag 29.08.2019

Tag: 46 Khovsgol Lake

Wir fahren am Morgen in Richtung Khovsgol Lake weiter.
Unterwegs sehen wir plötzlich viele Geier, die sich an toten Schafen, wahrscheinlich Lämmern, zu schaffen machen.
Als wir uns nähern, fliegen Sie los und kreisen direkt über uns. Ein tolles Bild…

Geier

Kurzvideo zur Begegnung mit den Geiern

In Murun essen wir Mittag und danach fahren wir weiter ca. 25 km in westlicher Richtung und besichtigen Uushig Deer Stone. Hier befinden sich 14 Hirschsteine und verschiedene Grabplatten aus der Bronzezeit um ca. 1000 v.Chr. Die Steine sind mit Hirschfiguren, Schmuck und Werkzeugen verzierte Steinstelen. Es wurden bisher 900 solcher Steine entdeckt, 700 davon in der Mongolei.

Deerstones

Am Nachmittag kommen wir endlich am Khovsgol Lake an. Er erinnert uns ein bisschen an den Baikalsee, die Vegetation ist ähnlich. Der See ist der zweitgrößte See des Landes nach der Fläche und der größte nach dem Volumen und liegt ca. 1600m über dem Meeresspiegel, das Wasser ist kristallklar.
Im Camp sind wir mal wieder die einzigen Gäste. Wir werden nett empfangen und in unserem wirklich sehr hübschen Ger wurde sogar schon der Ofen angeheizt. Nach dem Besuch der Toilette und Besichtigung der Duschen sind wir jedoch echt enttäuscht. Es gibt nur jeweils eine Damen- und Herrentoilette und nur zwei Duschen und zwei Waschbecken, welche von Männern und Frauen gleichermaßen genutzt werden. Es gibt keinen intimen Bereich zum Umziehen außer in der Dusche selbst und dann sind aber leider die Klamotten nass.
Die Sanitäranlagen müssen für mindestens 60 Leute ausreichen, falls es hier im Camp mal voll wird.
Die Toiletten sind okay, Duschen und Waschbecken sind mit Abstand die schlechtesten, die wir in der Mongolei gesehen haben. Kaputte Fliesen, nicht funktionierende Wasserhähne, kaputte Abflüsse, lose Kabel … wir wollen wirklich nicht meckern und erwarten keine deutschen Standarts, aber wir haben ein sehr gutes Geld für diese Reise bezahlt und erwarten dafür eine gute Leistung.
Billy bietet uns an, ein anderes Camp in ca. 2 km Entfernung zu besichtigen, um evtl. umzuziehen. Das Camp ist leider nicht besser und so entscheiden wir
hierzubleiben.
Außerdem wollten wir heute laut Beschreibung von unserem Reiseveranstalter AMICUS eine Nomadenfamilie (Tsaatan) mit deren Rentierherden besuchen und uns das naturnahe und einzigartige Leben dieser Menschen ansehen, ein Grund warum wir soweit hoch in den Norden gefahren sind. Billy hat uns erklärt, dass das nicht mehr möglich ist, weil diese sich mit den Tieren schon tief in den Wald zurückgezogen haben. Das verärgert uns nun zusätzlich. Wir sind echt sauer auf AMICUS, weil an dieser Stelle deren Zusagen nicht eingehalten werden.
Wenn wir wieder in Ulan-Bator sind, werden wir das Büro von Amicusreisen aufsuchen und das Thema ansprechen.
An dieser Stelle möchten wir aber Billy wirklich nochmal loben. Er kümmert sich sehr gut um uns und versucht immer, uns eine tolle Reise erleben zu lassen. Danke Billy und natürlich auch an unseren Fahrer, dem gerade heute und gestern besonders viel abverlangt wurde.

Wir werden unsere Reise weiterhin genießen, bis zum 05.09. sind wir noch unterwegs.
Übermorgen fliegen wir zurück nach Ulan-Bator und von dort geht es noch in zwei Nationalparks, wo wir u.a. die berühmten Mongolischen Wildpferde sehen werden und ins Gun Galuut Nature Reserve fahren.


Es wurden ein paar Fragen im Kommentar an uns gestellt, die ich noch beantworten möchte.

1. Was ist ein Ger? Eine mongolische Jurte.

2. Billy und unser Fahrer begleiten uns die ganze Reise durch die Mongolei (22 Tage) und Billy spricht Englisch.

Eigentlich wollten wir allein durch die Mongolei touren, aber das ist auf Grund der enormen Größe des Landes und der daraus resultierenden Entfernungen, aber vor allem wegen der fehlenden Infrastruktur sehr schwierig (außer in Ulan-Bator gibt es keine Busse oder Züge). Außerdem wollten wir möglichst viel sehen und deshalb haben wir uns kurzfristig alles von Amicusreisen Mongolei organisieren lassen.


Mittwoch 28.08.2019

Tag: 45 White Lake  – Ulziit Khishig Ger Camp

Wir verabschieden uns nach dem Frühstück vom wunderschönen White Lake und fahren in Richtung Khovsgol Lake Nationalpark, welcher auch die Mongolische Schweiz genannt wird.
Eine ganze Weile geht es am Ufer des Sees entlang. Ich schaue immer wieder auf den See. Die Berge am gegenüberliegenden Ufer werden von der Sonne angestrahlt und leuchten in den allerschönsten Farben.

Die Fahrt ist anstrengend. Wir fahren heute ca. 180 km und haben 6 Stunden dafür geplant. Für die ersten 75 km brauchen wir drei Stunden. Die Stecke führt durch ein Gebirge, teilweise fahren wir auf 2500m über Berggipfel, manchmal langsamer als Schrittgeschwindigkeit. Immer wieder müssen wir durch oder über kleine Flüsse und das Gelände ist felsig und uneben. Unser Fahrer hat heute einen schweren Job.

Wir haben bisher ca. 2000km zurückgelegt und sind durch 7 Provinzen der Mongolei gefahren.

Verschiedene Fahrzeuge sind unterwegs, wenige aber “sehenswert” 🙄

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