Russland – das größte Land der Erde

Wir sind 30 Tage in Russland, dem größten Land der Erde, individuell unterwegs gewesen. Wir sind von Hamburg nach Sankt Petersburg geflogen, waren dort ein paar Tage und sind wir mit dem Zug weiter nach Moskau gefahren. In Moskau waren wir auch nur ein paar Tage – leider viel zu kurz!

Von Moskau sind wir mit Zwischenstopps, in Jekaterinburg, Omsk, Irkutsk, mit der Transsibirischen Eisenbahn bis nach Ulanbaatar gefahren.

Eine Woche haben wir am Baikalsee verbracht und sind dann weiter in die Mongolei. Unsere Reisetage mit den Erlebnissen und Eindrücken haben wir hier niedergeschrieben …

 … unsere Russland Reiseberichte.

Russland ist es wert zu bereisen … wir kommen wieder!


Tag 0 (NULL) unserer Weltreise

Heute ist Tag NULL, der Tag bevor unser Abenteuer beginnt.

Seit Tagen packen wir und versuchen alles bestmöglichst zu organisieren. Wir haben uns von Familie, Freunden und Nachbarn verabschiedet.

Wir können noch gar nicht glauben, dass es nun endlich soweit ist. Die erste Idee zu unserer Reise entstand vor 1,5 Jahren, als wir in Thailand mehrere Leute getroffen haben, die Ähnliches veranstaltet haben. Seitdem stand für uns fest: Das wollen wir auch!

Wir haben dann gleich mit der groben Planung begonnen, d. h. Arbeitsfreistellungen organisieren, Ziele planen, Pässe, Visa, internationale Führerscheine beantragen, Impfungen,  Ausrüstung und Kleidung wählen usw..

Und jetzt ist es soweit  :):
Morgen um 17:25 Uhr starten wir mit dem Flieger nach Sankt Petersburg. Wir sind sehr gespannt auf diese Stadt. Am Freitag geht es dann nach Moskau. Dort werden wir ein paar Tage bleiben und dann mit der Transsibirischen Eisenbahn bis nach Peking fahren. Die Fahrt werden wir in Jekaterinenburg, Omsk, Irkutsk und in Ulan Bator für kürzere oder längere Aufenthalte unterbrechen. In der Mongolei möchten wir gern mindestens drei Wochen bleiben.

Wir werden oft gefragt, was denn alles schon im Voraus gebucht wurde. Aktuell haben wir unsere Zugtickets bis nach Irkutsk und Hotels in den russischen Städten gebucht. Morgen wollen wir in Sankt Petersburg das Zugticket von Ulan Bator nach Peking kaufen. Mal sehen, wie das mit den Russischkenntnissen so klappt.
Ich glaube, Thomas verlässt sich da sehr auf mich… au weia.

Ansonsten lassen wir uns treiben.

Auf jeden Fall halten wir euch auf dem Laufenden, wir sind jetzt Blogger 🙂

Schaut also gern mal wieder rein und viel Spaß beim Lesen.


Reisetag – Montag 16.07.2019

Hamburg – Sankt Petersburg

Wir sind von Hamburg nach Sankt Petersburg geflogen, ein ruhiger angenehmer Flug.
Am Einreiseschalter hat es dann etwas gedauert. Mit Bus und Metro zum Hotel und um 23:30Uhr haben unser kleines Zimmer bezogen, nicht größer als Kirsten Kleiderschrank, aber super gelegen.
Wir hatten noch Hunger, da wir im Flieger nur einen kleinen Muffin bekamen und sind nochmal  los, es ist noch angenehm warm. Das Restaurant PARKKING ganz in der Nähe, es war nach 24:00Uhr, keine Gäste, aber wir würden sehr freundlich empfangen und konnten alles von der Speisekarte wählen. Super! Es hat sehr lecker geschmeckt, ein Bier und Wein dazu,  Perfekt! Um 02:00 Uhr lagen wir im Bett.

Reisetag – Dienstag 16.07.2019

Sankt Petersburg

Sankt Petersburg ist toll. Das ist unser Fazit nach einem Tag.
Auf dem Weg zum Witebsker Bahnhof, wo wir Bahntickets kaufen wollten, haben wir uns treiben lassen und das bunte Treiben der Stadt beobachtet.
Wir waren im Außengelände der Peter und Paul Festung, die das historische Zentrum der Stadt ist und verschiedene Museen enthält, welche wir noch besichtigen werden.
Danach sind wir über eine der zahlreichen Newabrücken gelaufen bis zum Newsky Prospekt und zur Auferstehungskirche.

Von dort ging es mit der U-Bahn zum Witebsker Bahnhof, einem der ältesten Bahnhöfe Russlands. Das alte Bauwerk ist sehr beeindruckend und wir konnten unsere Bahntickets für den Zug von Ulan Bator nach Peking kaufen. Die ganze Aktion hat ca 1,5 h gedauert, da niemand englisch sprach und deutsch schon gar nicht. Es war etwas anstrengend, lief dann aber besser als erwartet.
Nach einem guten und sehr preiswerten Mittagessen im Bahnhof haben wir uns auf den Rückweg begeben und noch das Lenindenkmal auf dem Leninplatz und den Panzerkreuzer Aurora besichtigt.
Das Wetter ist toll, die Stadt großartig…wir sind begeistert!

Russland das grösste Land der Erde - Sankt Petersburg
Blick zur Peter und Paul Festung

Heute haben wir in einem Georgischen Restaurant zu Abend gegessen, sehr lecker!

Reisetag – Mittwoch 17.07.2019

Sankt Petersburg

Die Eremitage stand heute auf dem Programm. Ein wunderschönes Bauwerk, riesig groß und an Prunk kaum zu übertreffen. Die Eremitage ist eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt.
Die Schlange am Ticketschalter war unendlich lang, deshalb gaben wir am Automaten Eintrittskarten gekauft. Das ging schnell und war relativ einfach.
Dann schnell durch den Seiteneingang und schon waren wir drin. Wir haben uns noch einen Audioguide geholt und los ging es.
Die Räumlichkeiten und Kunstwerke sind wirklich einzigartig. Es ist etwas schwierig sich zurechtzufinden. Es gibt aber überall freundliches und hilfsbereites Personal.
Anschließend sind wir müde und etwas erschöpft noch etwas durch die Stadt gelaufen.
Abends haben wir in einem kleinen Restaurant gegenüber uns er es Hotels noch zu Abend gegessen. Es gab sehr leckere Pelmenis.

Hier hat die Oktoberrevolution begonnen - Leninplatz in St. Petersburg
Leninplatz – Sankt Petersburg

Reisetag – Donnerstag 18.07.2019

Sankt Petersburg

Ein Regentag. Den ganzen Tag nieselt es. Wir sind zur Auferstehungskirche und Isaakkathedrale per Metro gefahren. Beeindruckende Bauwerke. Abendessen, leckere Suppen und dann noch ein kurzer Spaziergang an der Neva bei Nieselregen.

Reisetag – Freitag 19.07.2019

Sankt Petersburg

Unser letzter Tag in Sankt Petersburg. Wir haben am Vormittag gepackt und sind am Nachmittag mit dem Schnellzug vom Moskauer Bahnhof in Sankt Petersburg nach Moskau gefahren. Die Reise war sehr angenehm, denn der Zug war superschön, bequem und unglaublich sauber.
So würden wir uns das auch zu Hause wünschen.
Mit ca. 220 km/h haben wir die knapp 650 km in 3,5 h geschafft.
Am Leningrader Bahnhof von Moskau angekommen, fuhren wir mit Metro und Straßenbahn zum Hotel Meta Moskau. Hier werden wir vier Nächte bleiben und dann am kommenden Dienstag mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Jekaterienburg fahren.
Moskau erscheint auf den ersten Blick etwas weniger schön als Sankt Petersburg. Am Rande der Stadt sahen wir noch vor Einfahrt des Zuges in den Bahnhof hässliche Hochhäuser und Plattenbauten.
Nach Verlassen des Bahnhofes entdeckten wir dann aber schöne alte Gebäude, die auch einen gepflegten Eindruck machen.

Gegen 21 Uhr kamen wir im Hotel an. Das Zimmer ist klein aber sehr gemütlich und wir freuten uns nach vier Tagen Gemeinschaftsbad über unser eigenes Minibad mit Dusche.
Der Hunger trieb uns zum Asiaten um die Ecke. Es gab leider keine Speisekarte in Englisch. Wir bestellten zwei Gerichte, ein vegetarisches aus Auberginen, eines mit Schweinefleisch. Ich weiß nicht, welches Teil vom Schwein es war, ich konnte es jedenfalls nicht essen.
Thomas hat es wenigstens tapfer versucht und fand es auch nicht so schlimm. Auf jeden Fall sind wir beide satt geworden und das Bier und der Rotwein waren auch nicht übel.
Jetzt müssen wir aber schnell schlafen (es ist schon wieder weit nach Mitternacht), denn gleich steht der Rote Platz auf dem Programm.
Gute Nacht….

moderne Bahnhöfe in Russland
Bahnhof Sankt Petersburg – Russland

Reisetag – Samstag 20.07.2019

Moskau

Unser Hotel befindet sich gut 2 km vom Roten Platz entfernt. Wir könnten mit dem Bus fahren, sind aber heute morgen zu Fuß gegangen. Waren um 10:00 Uhr am Leninmausoleum. Leider war dieses heute geschlossen, da auf dem Roten Platz eine Eventarena für den International Boxing Day aufgebaut wurde.
Wir sind dann erstmal in das legendäre Kaufhaus GUM. Das Kaufhaus mit einer Fläche von 75000qm und einer über 100jährigen Geschichte ist beeindruckend. Bereits vor dem Betreten sieht man wunderschöne Beete mit bunten Blumen und im Kaufhaus setzt sich das Blumenmeer fort. Die Architektur ist toll, einerseits im klassischen Stil und doch irgendwie modern. Wir haben uns in der dritten Etage ein kleines Frühstück gegönnt und spontan Karten für den Moskauer Staatszirkus gekauft, den wir morgen besuchen werden.

Danach ging es weiter zum Kreml. Mit einem Ticket kann man hinter die Kremlmauern schauen. Dort gibt es vier Kirchen, die man besichtigen kann, eine Waffenkammer, die Schatzkammer…
Wir haben die Menschenmassen gesehen und auf einen Besuch verzichtet. Genauso war es an der Basilius- Kathedrale. Nichts wie weg und einfach nur schlendern und das Moskauer Flair wirken lassen.
Nach einem langen Spaziergang entlang der Moskwa sind wir auf eines der zahlreichen Fahrgastschiffe gestiegen und haben uns Moskau von dort aus angesehen.
Am Abend sind wir nochmals zum Roten Platz gelaufen und haben uns das Ganze bei toller Beleuchtung angesehen.
Moskau ist eine Stadt mit alter Geschichte und rasanter moderner Entwicklung. Modernes und Altes harmoniert so schön miteinander, dass man nur staunen kann. Wir sind sehr beeindruckt.

Der Kreml in Moskau mit den Einkaufzentren
Flaniermeile in Moskau

Reisetag – Sonntag 21.07.2019

Moskau

Russland - ein Paradies für Reisende
Einkaufen beim Bäcker

Nach einem gemütlichen Brunch sind wir zur Metrostation Park Pobedy gefahren.

Dort gibt es eine der längsten Rolltreppen der Welt. Der Bahnsteig liegt 74 m unter der Erde.
Dann waren wir noch im angrenzenden Park an der Siegessäule. Für das dortige Museum über den 2. Weltkrieg hat leider die Zeit nicht gereicht, denn um 15 Uhr wollten wir in den Zirkus.
Vom Pobedy Park sind wir mit der Metro zum Zirkus gefahren und mussten dafür an der Kievskaja Station umsteigen.
Diese Station ist eine der schönsten der Welt. Solche schönen U-Bahn-Stationen findet man überall in Moskau.
Den Moskauer Zirkus haben wir schnell gefunden, denn er befindet sich gleich gegenüber der Station Universität.

Unsere Russland Reiseberichte: Wir besuchen den Moskauer Staatszirkus!

Der Große Moskauer Staatszirkus gilt als der größte stationäre Zirkus der Welt.
Die Show war unglaublich. Es waren tolle artistische Leistungen zu sehen. Zu den Tiernummern habe ich ein gespaltenen Verhältnis. Es gab Hunde, Wildkatzen, Affen, Papageien, Pferde und man glaubt es kaum…auch drei Flusspferde.
Aber die Show war toll, absolut sehenswert.
Am Abend waren wir in einem georgischen Restaurant in der nähe des Roten Platzes essen. Wir konnten draußen sitzen, da es noch schön warm war (20 Grad).

Moskaus Metrostationen
Imposante Metrostationen in Moskau

Reisetag – Montag 22.07.2019

Moskau

Knapp vier Kilometer vom Moskauer Kreml entfernt befindet sich die Metrostation Vystavochnaya. Dort befinden sich die Wolkenkratzer Moskaus.
Im 89. Stock des Turmes Federazija-Wostok in Moskau City erhebt sich die wichtigste Aussichtsplattform Russlands: PANORAMA 360. Sie bietet prächtige Blicke auf die Hauptstadt und ist die höchste in Europa.
Dort oben haben wir heute die unvergessliche Aussicht und angenehme Überraschungen genossen: man kann unglaublich leckeres Moskauer Sahneeis probieren, welches hier in der Fabrik „Tschistaja Linia“ (deutsch: Saubere Linie) hergestellt wird und auch Schokolade aus hauseigener Produktion. Und das Beste: Man kann essen soviel man möchte und schafft. Außerdem kann man sich gratis fotografieren lassen. So haben wir heute einen Teil des Tages verbracht.

Skyscrapper moskau
Wolkenkratzer in Moskau

Danach sind wir zum Roten Platz gefahren. Wir hatten Glück, denn es war nicht voll. Die Frau an der Kasse wollte uns kein Ticket mehr verkaufen, weil es schon kurz vor 17 Uhr war und der Kreml um 18 Uhr seine Tore für Besucher schließt. Wir durften dann aber doch noch rein.
Die Kremlanlage war erwartungsgemäß sehr schön angelegt. Es gibt einen kleinen Park, viel Grün und wunderschön angelegte Blumenbeete. Außerdem befinden sich auf dem Hauptplatz vier Kirchen, die man auch besichtigen kann.
Zwei davon haben wir uns angesehen: die Mariä-Verkündungskirche und die Erzengelkathedrale. In letzterer befinden sich die Grabstätten vieler Moskauer Groß- und Landesfürsten sowie der ersten Zaren.
Imposant waren auch die große Glocke und die große Kanone, die man auf dem Kremlgelände sehen kann.
Ehrfürchtig haben wir auch auf die Regierungsgebäude (natürlich nur von außen) geschaut. Hier wird Weltgeschichte geschrieben.

Kreml Innengelände Moskau Russland
Besuch des Kremls am späten Nachmittag

 

Als wir danach über den Roten Platz geschlendert sind, könnten wir noch bei den Boxing Days zuschauen. Dort wurden gerade Boxkämpfe ausgetragen.

Boxing Days auf dem roten Platz in Moskau, am Kreml
International Boxing Days in Moskau

Etwas später sind wir mit der Straßenbahn etwas aus dem Zentrum herausgefahren und haben draußen sitzend sehr lecker gegessen.
Das muss man wirklich auch mal erwähnen: Die russische Küche ist sehr lecker. Wir haben bisher immer sehr gutes Essen erhalten.

Reisetag – Dienstag 23.07.2019

Moskau

Die Reise geht weiter…
Wir verabschieden uns von Moskau. Sachen packen, gegen Mittag check-out im Hotel. Wir lassen unsere Rucksäcke noch im Hotel stehen und gehen erstmal etwas essen.
Unser Zug fährt 16.38 Uhr ab Kazanskaia Bahnhof. Wir haben noch etwas Zeit und machen einen Spaziergang durch den Sarjadje-Park.

Sarjadje-Park in Moskau

Früher stand hier das grösste Hotel Europas das Hotel “Rossija”

Das Hotel “Rossija” in Moskau

Der Sarjadje-Park ist ein 10,2 Hektar großer Landschaftspark in Moskau. Er liegt mitten im Stadtzentrum am Ufer der Moskwa, unmittelbar neben dem Kreml, dem Roten Platz und der Basilius-Kathedrale. Der Park umfasst neben den Gartenanlagen, in denen die Flora der unterschiedlichen Vegetationszonen Russlands gezeigt wird, mehrere Ausstellungsgebäude, den Moskauer Konzertsaal Sarjadje, ein Amphitheater, einen Kinosaal und eine „schwebende Brücke“. Die Eröffnung fand am 9. September 2017 zum 870. Jahrestag der Stadtgründung Moskaus statt. Auf der schwebenden Brücke waren wir bereits am Abend und haben uns an der wunderschönen Beleuchtung Moskaus erfreut.

Parkanlage in Moskau, neben dem roten Platz
Ein wunderschöner Park mitten in Moskau

Dann müssen wir los, Gepäck im Hotel abholen und ab zum Bahnhof.
Der Kasaner Bahnhof ist einer der acht Fernbahnhöfe in Moskau. Er liegt am Komsomolskaja-Platz, in unmittelbarer Nähe zum Jaroslawler und dem Leningrader Bahnhof, und ist bis heute einer der größten Bahnhöfe der russischen Hauptstadt.
Wir haben erstmal geschaut, wo unser Zug abfährt und dann noch sehr gut und preisgünstig gegessen. Für Thomas gab es eine leckere Hühnersuppe und für mich eine Borscht, das ist eine traditionelle russische Suppe mit Fleisch, Weißkohl und Roter Bete. Oberlecker. Dazu frisches warmes Brot, Cola und das Ganze für umgerechnet nur 6:50 €.
Und dann war es endlich soweit. Wir durften in unseren Zug einsteigen. Das Zugpersonal empfängt einen am Bahnsteig und man muss sich ausweisen. Das Bahnticket brauchten wir gar nicht vorzeigen, der Zugbegleiter hatte alle Daten auf dem Handy. Es ist also unmöglich, in einen falschen Zug zu steigen.
Wir haben ein Abteil für vier Personen für uns allein. Das Abteil ist sehr sauber (so wie der ganze Zug).

Kurz nach der Abfahrt kommt eine Dame und verkauft uns Eis und wenig später ein Zugbegleiter, der mit uns das bereits online bestellte Essen abspricht. Ich glaube er wollte uns ein Upgrade anbieten. Meine Russischkenntnisse reichten leider nicht aus und so haben wir dankend abgelehnt. Wir lassen uns überraschen. Jedenfalls brachte er uns Kaffee und Tee, Wasser und Kekse.
Wenig später brachte uns ein anderer Zugbegleiter unser warmes Abendessen, Hühnchen mit Reis, etwas trocken aber essbar und dazu Brötchen und Salami.
Gegen 21 Uhr Moskauer Zeit machen wir uns und unsere Betten fertig und versuchen zu schlafen. So früh waren wir lange nicht um Bett…
Morgen werden wir um 20:15 Uhr in Jekaterinburg sein. Dort ist es dann schon zwei Stunden später.

Reisetag – Mittwoch 24.07.2019

Jekatherinburg

Irgendwann früh am Morgen wurde es unruhig im Zug. Ich schaue auf meine Uhr, noch nicht einmal fünf. Der nächste Bahnhof ist in Reichweite und einige Leute steigen aus. Zu uns gesellt sich eine Mutter mit einem kleinen Jungen.
Gegen acht gibt es Frühstück, Omelett, Wurstscheiben, Brötchen und Tee. Danach schlafen wir noch ein bisschen.
Der Zug hält nicht oft, ohne Handy wüssten wir gar nicht, wo wir sind. Wenn man während der Fahrt aus dem Fenster schaut, sieht man nur Wald. Alles ist grün, Birkenwälder ohne Ende.
Noch 9 Stunden Fahrt, 17 haben wir schon hinter uns.

Moskau hat mehrere Bahnhöfe
Im Bahnhof von Moskau

Um 22:15 Uhr sind wir in unserem Apartment. Eine große Wohnung nur für uns, Bad, WC, große Küche, Flur und ein großes Zimmer mit drei Betten. Als erstes wird die Waschmaschine gestartet. Dann ziehen wir nochmal los, haben Lust auf ein kleines Essen, guten Wein und ein kühles Bier.
Wir landen in einem japanischen Restaurant, können draußen sitzen und alles ist lecker.

Reisetag – Donnerstag 25.07.2019

Jekatherinburg

 

Jekaterienburg – 1924–1991 Swerdlowsk

Unser Apartment liegt direkt am Fluss Isset im Zentrum von Jekaterienburg.
Unser Rundgang führte uns heute am Fluss entlang. Zuerst kamen wir am Sevastyanow-Haus vorbei, einem wunderschönem alten Kaufmannshaus und weiter ging es zur Kathedrale auf dem Blut.

Jekaterinburg - tolle Architektur
Sevastyanow Haus
Kathedrale auf dem Blut
Jekaterinburg – Kathedrale auf dem Blut

Diese ist an der Stelle errichtet, an der sich früher das Ipatjew-Haus befand, welches einem gleichnamigen Kaufmann gehörte. Im Ipatjew-Haus wurden der letzte Zar Nikolaus ll.,seine Frau, vier Töchter und ein Sohn sowie noch weitere Mitglieder der Zarenfamilie und der Dienerschaft 1918 von den Bolschewiki erschossen.
Neben der Kathedrale befindet sich noch ein kleines Museum, welches der Zarenfamilie gewidmet ist. Dort sind viele Fotos zu sehen. Es geht einem ganz schön unter die Haut, wenn man die Fotos anschaut und weiß, wie grausam die Familie ermordet wurde, deren Kinder zwischen 13 und 23 Jahre alt waren.

Ganz in der Nähe befindet sich eine weitere Kirche und der Kharitonovskypark. Wir haben uns die Kirche angeschaut und sind durch den Park geschlendert.
Kleine Pause mit Bierchen und Soljanka und danach ging es weiter zum Visotsky Business Center. Visotsky war ein Dichter, Sänger und Schauspieler in Russland und gilt als größter Liedermacher Russlands im 20 Jahrhundert.

Blick auf Jekaterinburg
Jekatarienburg von oben

Im Visotskytower gibt es im 52. Stockwerk eine Aussichtsplattform, von welcher wir rundum einen tollen Ausblick auf die Stadt bei bestem Wetter hatten und danach haben wir uns das Visotskymuseum angeschaut.
Weiter am Fluss entlang durch den Park Plotinka und durch die Stadt laufend haben wir noch die Universität, die Oper und das schöne Rathaus entdeckt.
Jekaterinburg ist wirklich sehenswert, nicht so protzig wie Moskau, aber schön und geschichtsträchtig. Besonders gut haben uns die kleinen historischen Holzhäuser gefallen, die zwischen teilweise sehr modernen Häusern stehen.
Am späten Abend haben wir in einem traditionellen russischen Restaurant draußen noch sehr leckere Pelmenis gegessen.

Reisetag – Freitag 26.07.2019

Jekatherinburg – Zug nach Omsk

Wir mussten unser Apartment bis 15 Uhr räumen, durften aber unser Gepäck noch in einem Abstellraum des Hauses lagern.
Nach einem schönen Spaziergang an der Uferpromenade und in der Fußgängerzone haben wir im Außengelände des Boris-Jelzin-Centers am Nachmittag gegessen. Dann sind wir mit dem Bus zum Bahnhof gefahren (28 Rubel pro Person, das sind ca. 40 Ct.).

Jekaterinburg in Russland
Jekatarienburg

Am Bahnhof ist alles sehr gut ausgeschildert und alle Anzeigen gibt es auch in englisch. Man muss wie überall in öffentlichen Einrichtungen (Museen, Einkaufszentrum Russlands etc. durch elektronische Sicherheitsskontrollen.
Auch in den Metrostationen findet man reichlich Sicherheitspersonal, jede Rolltreppe wird von einer Person über Monitore gesichert.
Die Hinweise, von welchen Bahnsteigen die Züge fahren, erscheinen erst kurz vor Einfahrt des Zuges, somit gibt es keine Drängelei auf dem Bahnsteig.
Unser Zug war pünktlich und wir fuhren um 21.40 Uhr Ortszeit nach Omsk. Wir mussten noch unsere Betten beziehen, es gab noch Abendessen und es wurde die Frühstücksbestellung aufgenommen. Zähne putzen und ins Bett, lesen und schlafen.
Mit uns im Abteil war noch eine nette Russin, welche ein wenig übersetzte und Tipps für Omsk gab.

Reisetag – Samstag 27.07.2019

Omsk

Um 10:45 Uhr Ortszeit war Ankunft in Omsk. Inzwischen haben wir eine Zeitverschiebung von +4 Stunden zu Deutschland und sind 2250km von Moskau entfernt. Seit Jekatarinenburg sind wir ja bereits in Asien.

Bahnhof Omsk Russland
Bahnhof Omsk

Wir sind dann mit dem Bus zu unserem Apartment gefahren, waren aber an der falschen Adresse. In unserer Reservierung stand kleingedruckt die richtige Adresse, leider haben wir das nicht gesehen. Telefonkontakt war schwierig, da unsere Kontaktperson kein einziges englisches Wort sprach. Ich habe ihm auf russisch erklärt, wo wir sind, seine russische Antwort aber nicht verstanden.
Also haben wir einfach gewartet und noch zusätzlich an booking.com geschrieben und nach ca. 1/2 Stunde kam Igor und hat uns zu unserem Apartment gefahren, dass ganz in der Nähe war.
Unsere Unterkunft ist eine 2-Zimmer-Wohnung mit Küche, großem Bad und Balkon.
Der Vorteil solcher Appartements gegenüber Hotels ist die großzügige Ausstattung (mehr Platz, Waschmaschine…) und sie sind meist kostengünstiger, der Nachteil ist eindeutig die nicht vorhandene Rezeption. Man muss immer vorher anmelden, wann man anreist und auch dann oft noch telefonieren. In einem Land wie Russland ist das schwierig, weil hier nur wenig Leute englisch sprechen.

Am Abend sind wir am Fluss Irtysch spazieren gegangen. Wir wollten zu einem Restaurant, welches uns eine sehr nette und hilfsbereite Frau, die mit uns im Zug im Abteil war, empfohlen hatte.

Omsk - Russland
Kolchak Restaurant in Omsk

Die Stadt Omsk zeigte sich uns sehr lebendig. Überall am Fluss sind Strände, die auch am Abend, nachdem sie am Tag wahrscheinlich gut besucht waren, ausgesprochen sauber waren. Viele Spaziergänger sind unterwegs – Familien mit Kindern, Sportler, Jugendliche – es gibt Musiker, kleine Sportparks, Tanzflächen, einfach super lebendig diese Stadt.
Im Restaurant haben wir gut gegessen und sind dann zurück über die Uliza Leninmausoläum, welche sehr belebt war. Es gibt hier schöne Häuser, mit wunderschönen Fassaden, welche Abends herrlich beleuchtet sind.
Morgen werden wir die Stadt erkunden.

Reisetag – Sonntag 28.07.2019

Omsk

Frühstück gab es heute in unserer Ferienwohnung. Leckeres Rührei mit Brot, Käse, Gurken und Tomaten.

Appartment in Omsk - Russland
Frühstückstisch

Danach haben wir einen langen Stadtbummel durch Omsk unternommen, dabei einige Kirchen bzw. Kathedralen angeschaut, viele Statuen entdeckt und wir waren in verschiedenen Parks, um auch ein wenig zu relaxen.

Omsk, eine Stadt in Russland
Assumption Cathedral

Wir haben wieder wunderschöne Gebäude entdeckt, unter anderem auch die bekannte Puschkin-Bibliothek sowie verschiedene Theater.
Natürlich darf bei so einem Bummel ein Besuch in einem coolen Kaffee nicht fehlen, solche Cafés gibt es hier in Omsk wirklich reichlich.

Reisetag – Montag 29.07.2019

Omsk – Irkutsk

Es geht weiter. Wir packen und verlassen um 12:00 Uhr unser Apartment. Unser Zug fährt erst um 17:16 Uhr. Wir verbringen noch knapp 3 Stunden mit Gepäck im Park und machen uns dann auf den Weg zum Bahnhof. Die Anzeige teilt uns mit, dass der Zug um 16:35 Uhr einfährt. An welchem Bahnsteig, wird wieder erst kurz vor Einfahrt des Zuges angezeigt. Also gehen wir noch ins Café, essen Soljanka, trinken Tee und Kaffee. Der Zug fährt pünktlich am Bahnsteig 1 ein und wie immer kontrolliert der Zugbegleiter alle Passagiere bevor diese in den Zug einsteigen dürfen. Heute freue ich mich besonders auf die Zugfahrt, denn wir fahren in der 1. Klasse, das heißt, wir haben ein Abteil für uns alleine. Die Abfahrt ist wie immer pünktlich.

Was ist überhaupt die Transsibirischen Eisenbahn?

Die transsibirischen Eisenbahn ist kein einzelner Zug wie z.B. der Orientexpress sondern bezeichnet vielmehr ein riesiges Streckennetz, auf dem verschiedene Züge fahren. Wir fahren heute im Rossija 2. Dieser fährt vom Jaroslawer Hauptbahnhof in Moskau bis Wladiwostok. Wir werden zwei Nächte im Zug verbringen und in Irkutsk aussteigen.

Im Zug begrüßt man uns sehr nett mit Hilfe einer Übersetzer-App und man versichert uns, dass man alles tun wird, um uns einen angenehmen Aufenthalt zu gewähren. Außerdem wird das Essen abgesprochen, wir sind nicht sicher, ob wir alles richtig verstanden haben, aber egal, es wird schon klappen.

Beim Abendessen im Speisewagen zeigt sich der Unterschied zu unseren bisherigen Zugfahrten. Gleich zwei deutsche Reisegruppen nehmen nacheinander ihr Essen ein. Wir sind also in einem der Züge, die wahrscheinlich von allen Reiseveranstaltern gebucht werden. Hier sind wir Touristen wie alle anderen. In den vorherigen Zügen waren wir Touristen unter Einheimischen. Die deutsche Sprache hatten wir seit zwei Wochen nicht gehört.

Jetzt ist relaxen angesagt. Wir schauen aus dem Fenster und sehen grün und ab und zu mal ein Dorf. Es wird mal wieder früher dunkel…Na klar, wir haben wieder eine Zeitverschiebung um +1 Stunde, inzwischen sind es +5 Stunden zu Deutschland.

Transsibirische Eisenbahn in Omsk, Russland
Bahnhof Omsk

Morgen werden wir um 7:40 Uhr in Irkutsk sein.

Reisetag – Dienstag 30.07.2019

Im Zug nach Irkutsk

Ich wache früh um 6:00 Uhr auf. Habe nur ein paar Stunden geschlafen, der Zug rattert ziemlich stark. Nichts für meinen empfindlichen Schlaf. Thomas schläft lange, ich glaube er hat die halbe Nacht gelesen.

Das Internet funktioniert auf der Strecke oft nicht oder schlecht. Nur dort, wo Bahnhöfe sind ist es gut.
Aber das ist gut so, denn jetzt kann sich Thomas auch mal seinem Buch widmen.

Nora Roberts "Am dunkelsten Tag"
Kann ich nur empfehlen! Ein spannendes Buch.
Sehr gut geschrieben.

Unser Tag sieht so aus: Essen, Schlafen, Lesen, aus dem Fenster schauen und das ganze wieder von vorn…

Morgen werden wir um 7:40 Uhr in Irkutsk sein.

Reisetag – Mittwoch 31.07.2019

Irkutsk

Wir sind mit ca. 50 min Verspätung ( auch hier gibt es das),  um 08:30 Uhr in Irkutsk angekommen. Es ist diesig, die Sonne noch hinter den Wolken.. Jetzt erstmal in ein Café und Frühstücken… wir fahren mit der Straßenbahn in das Stadtzentrum ..

Es gibt leckeres Omelett und Kaffee. Gegen 11 Uhr verlassen wir das Café, schauen uns das Wahrzeichen von Irkutsk, den Babr an und gehen in einen Park, der auf halber Strecke zu unserem Apartment liegt, um uns etwas auszuruhen und die Zeit zu überbrücken.

Irkutsk in Russland
Das Wahrzeichen von Irkutsk

Leider können wir unser Apartment erst um 14:00 Uhr beziehen. Dann ist es 14 Uhr und wir beziehen unser Apartment. Es befindet sich in einem Hochhaus ca 1 km vom Stadtzentrum entfernt, eine moderne 2-Zimmer Wohnung mit großer Küche und Bad.

Wie immer wird als erstes die Waschmaschine aktiviert.
Am Abend spazieren wir am Fluss entlang und suchen uns ein nettes Restaurant.

Irkutsk ist irgendwie so, wie wir uns Russland vorgestellt haben. Es gibt die klassischen alten Holzhäuser, die teilweise schon sehr zerfallen, aber trotzdem noch bewohnt sind. Dann gibt es moderne Hochhäuser und Häuser, die ein bisschen in die Jahre gekommen und
renovierungsbedürftig sind.
Morgen werden wir uns die Stadt genauer ansehen und schauen, wie wir am Samstag auf die Insel Olchon kommen.

 

Reisetag – Donnerstag 01.08.2019

Irkutsk

Heute Mittag geht es mit dem Bus zum Fähranleger «Rakete». Wir wollen am Samstag auf die Insel Olchon im Baikalsee fahren und benötigen dafür ein Ticket. Der Kauf ist wieder mal nicht ganz einfach, da die Verkaufsdame kein Englisch spricht. Ihre Kollegin kommt zu Hilfe und es klappt.

Informationen am Fähranleger von Irkutsk
Irkutsk Fähranleger
Tickets nach Olchon, Baikalsee , Russland
Ticketkauf für die Fähre zum Baikalsee

Leider können wir nicht direkt von Irkutsk nach Olchon fahren, sondern müssen mit dem Bus vom Hotel Irkutsk zunächst mit dem Bus nach Listwianka fahren und dann mit der Fähre nach Olchon übersetzen.

Plötzlich fängt es an zu regnen und wir flüchten in das nächste Restaurant auf einen Kaffee und einen Imbiss und planen dabei unseren weiteren Reiseverlauf.

Dann kommt die Sonne und wir erkunden noch ein bisschen die Stadt. Wir werden langsam «stadtmüde», haben immer weniger Lust auf Kirchen, Museen und Sehenswürdigkeiten im Allgemeinen.

Russland - Irkust
Irkutsk

Nach  2.5 Wochen wollen wir  in die Natur.

Wir freuen uns auf die Insel Olchon.

Reisetag – Freitag 02.08.2019

Irkutsk

Unser vorerst letzter Tag in Irkutsk, morgen geht es auf die Insel Olchon im Baikalsee.
Wir bummeln durch die Stadt, fahren mit Bus und Straßenbahn (kostet hier nur 15 Rubel = 0,20 € und deshalb kann man sehr preiswert Stadtrundfahrt machen).

Die Kazanskaja Kathedrale und den Skulpturenpark schauen wir uns genauer an.

Eine Stadt in Russland - Irkutsk
Irkutsk, im Zentrum

Danach suchen wir noch das Hotel Irkutsk am Gagarinboulevard, denn hier soll morgen der Bus starten, der uns zum Schiff nach Olchon bringen wird.

Den Abend lassen wir in einem gemütlichen Restaurant bei gutem Essen und Livemusik ausklingen.

Danach noch Sachen packen und ab ins Bett, mal wieder viel zu spät, denn um 5:00 Uhr klingelt der Wecker.

Reisetag – Samstag 03.08.2019

Irkutsk – Olchon

Um 5:45 Uhr geht es los. Wir gehen ca. 2,4 km zu Fuß mit Gepäck zum Hotel Irkutsk, da noch kein Bus fährt (Samstag).

Wir erreichen das Hotel eine gute halbe Stunde später und der Bus fährt pünktlich um 6:45 Uhr ab.

Nach ca einer Stunde kommen wir in Listwianka an, dort soll um 8:15 Uhr das Schiff nach Olchon fahren.

Wir dachten, es gibt einen großen Anleger, es gibt aber nur einen Ponton und sonst nichts.
Das Schiff, ein Tragflächenboot, fährt planmäßig um
8:15 Uhr ab uns wir kommen um 12:15 Uhr auf Olchon an.

Leider stranden wir im Nichts. Es stehen zwar einige Minibusse bereit, aber die sind alle für Reisegruppen reserviert. Wir fragen uns durch und finden einen Minibus, in welchem wir mit drei weiteren Personen bis nach Khuzir fahren.

Auf Olchon gibt es keinen Schiffsanleger, die Fähre hält am Ufer und dann sucht jeder nach einer Fahrgelegenheit
Ankunft auf Olchon 🙁

 

abenteuerlicher Abfahrtsort der Fähre nach Olchon, Baikalsee
Beim Einsteigen auf die Fähre nach Olchon

Die Fahrt ist abenteuerlich. Zunächst sieht es aus wie ein Pistenrennen der Minibusse. Die Straßen sind aus Sand und es geht bergauf- und ab. Wir sind ca. eine halbe Stunde unterwegs und wir merken schon jetzt, dass wir wieder einmal die Größe des Landes unterschätzt haben!

Von Khuzir versuchen wir, unsere Unterkunft anzurufen, haben aber wohl eine falsche Telefonnummer. Wir versuchen es mit einer anderen Nummer und der nette Russe, der mit uns im Taxi gefahren ist und gut englisch spricht, führt das Telefongespräch für uns.

Nach gut zwanzig Minuten werden wir von einem Mitarbeiter unserer Unterkunft abgeholt. Dann fahren wir noch einmal
16 km und gut zwanzig Minuten durch Niemandsland.

Unsere Unterkunft heißt Baikal Babr. Wir wohnen in einer Jurte. Es ist wunderbar ruhig. Es gibt hier nur fünf solcher Jurten. In der Nähe gibt es ein paar Holzhäuser und Kühe.
Wir schauen auf den Baikalsee, aber der ist noch gut einen Kilometer weg. Auf diesem Kilometer gibt es nur Steppengras. Alles ist hier weit und groß. In einiger Entfernung gibt es ein paar kleine Zelte.

Wir bekommen gleich nach der Ankunft ein warmes Essen und machen dann einen Spaziergang zum See. Wir halten die Füße ins Wasser und es ist nicht so kalt, wie wir dachten.

Und noch etwas Wichtiges: es gibt kein Internet und überhaupt kein Telefonnetz.

Wir sind jetzt seit knapp drei Wochen unterwegs und haben uns in dieser Zeit fünf Städte angeschaut. Das war sehr schön aber auch anstrengend und laut. Hier haben wir das perfekte Gegenteil.

 

Reisetag – Sonntag 04.08.2019

Olchon

Wir haben wunderbar in unserer Jurte geschlafen.
Es ist so unglaublich ruhig hier.
Am Morgen joggen wir zum See. Das Wasser hat nur 13 Grad und wir können uns nicht zum Baden überwinden. Wir schaffen es bis zum Bauch, erfrischen uns etwas und joggen zurück zur Jurte.

Ein Gerzelt auf Olchon - Russland
Unsere gemütliche Jurte

Dann gibt es Frühstück. Wir haben das Angebot der Vollverpflegung (3 Mahlzeiten für 1000 Rubel pro Person und Tag = ca. 14 Euro) hier gern angenommen, da die nächste Einkaufsgelegenheit in Khuzir 16 km entfernt ist.
Das Essen ist einfach, aber lecker.

Nach dem Frühstück begeben wir uns auf eine kleine Wanderung. Eigentlich wollen wir nur auf den kleinen Berg in unserer Nähe, da uns gestern ein junger Mann hier erzählte, dass es da oben Internet gibt. Es gibt aber keines.

malerische Kulisse, kleine Dörfer, Natur - Olchon in Russland
Dort wohnen wir .. Olchon

Wir wandern also weiter im Niemandsland. Über kleine Berge und durch Steppengras und erreichen einen Punkt, von dem aus man wunderbar auf den See schauen kann. Eigentlich ist der See ein Meer. So groß ist er. Wann ist es eigentlich ein See und wann ein Meer? Wenn Salzwasser dann Meer und wenn Süßwasser dann See oder wie?
Das müssen wir nochmal im Internet recherchieren, wenn wir mal wieder eines haben.
Wir waren dann doch 3,5 Stunden und sieben Kilometer unterwegs.

Wir schlendern am Wasser zurück und essen Mittag.

Am Nachmittag gehen wir an den Strand, wir lesen und beobachten die Kühe. Es gibt hier unter anderem Kühe, die haben ganz langes Fell. Thomas hat sie «Pudelkühe» genannt. Ich finde den Namen ganz treffend. Die Kälber sehen von weitem aus wie große Hunde.

Jacks auf Olchon, Baikalsee, Russland
Jacks auf Olchon

Nach dem Abendessen versuchen wir mit Natalia, unserer Vermieterin, zu kommunizieren. Sie holt aber lieber Bogdan, denn er spricht sehr gut Englisch.
Wir wollen eine Nacht länger bleiben und fragen, ob das möglich ist. Außerdem brauchen wir Hilfe beim Ticketkauf für den Bus nach Irkutsk. Wir haben keine Ahnung, wann, wie oft und von wo der Bus fährt. Bogdan weiß zum Glück alles. Er fährt morgen mit uns nach Khuzir und hilft uns. Und wir können auch noch eine Nacht länger bleiben.
Das ist das erste Mal auf dieser Reise, dass wir unseren Aufenthalt verlängern, da es uns hier sehr gut gefällt und wir die Ruhe genießen.

Reisetag – Montag 05.08.2019

Olchon

Wir fahren nach dem Frühstück mit Bogdan (er arbeitet hier, übernimmt Transfer, führt Touristengruppen usw.) nach Khuzir. Die Fahrt mit dem SUV ist wieder abenteuerlich.

Olchon - eine naturbelassene Insel im Baikalsee
Blick zum Schamanen Felsen

Während der Fahrt erzählt uns Bogdan einiges über die Insel. Wir erfahren, dass das Dorf, in dem wir wohnen, Ulan-Khushin heißt. Im Sommer wohnen hier 20 und im Winter 8 Leute.
Wir erkundigen uns nach dem Wetter im Winter. Die Temperaturen gehen runter bis auf -32 Grad C und es gibt wenig bis keinen Schnee, da der Wind ihn “vertreibt”.
Der Baikalsee friert zu und man kann ihn mit dem Auto befahren.
Bogdan nimmt sein Handy (während der abenteuerlichen Fahrt) und zeigt uns ein Wintervideo, herrlich diese Landschaft! Das sieht echt toll aus und weckt in uns die Lust auf eine Wintertour hierher. Schlittschuhlaufen auf dem Baikalsee wäre doch toll. Ich notiere es gleich mal als mögliches Reiseziel für später.

Bogdan setzt uns in Khuzir ab und wir verabreden für 13 Uhr die Rückfahrt.

n
Auf den Straßen von Olchon

Zunächst gehen wir durch den Ort zum Schamanfelsen. Man sagt ihm heilende Kräfte nach, so wie der gesamten Insel.

Der Felsen ist toll gelegen und bietet eine schöne Aussicht auf den Baikalsee. Wir laufen und klettern ein bisschen, dann müssen wir weiter, denn wir wollen das Internet des Ortes nutzen. Also ab ins nächste Café, unseren Blog aktualisieren, Mails abrufen und schreiben und noch schnell das nächste Hotel buchen.
Wir sind froh, etwas außerhalb zu wohnen, denn in Khuzir gibt es doch etliche Touristen.

Jetzt wird es Zeit, wir müssen los, um unser Ticket für die Überfahrt nach Irkutsk zu buchen.
Bogdan hat uns gezeigt, wo wir hingehen müssen und wir kaufen für den 08.08.2019 12 Uhr unsere Tickets. Eigentlich wollten wir schon um 9 fahren, aber es gibt nur die eine Verbindung.

Danach noch schnell in den Supermarkt, eine Flasche Rotwein, Bier, Zahnpasta und ein paar Naschis und dann wartet auch schon Bogdan.

Im Camp angekommen gibt es auch gleich Mittag: Nudelsuppe mit Hühnchenschenkel, Reis mit Schweinefleisch, frischer Rohkostsalat, alles sehr lecker. Wir sind hier zu viert beim Mittag.

Am Nachmittag machen wir eine schöne Wanderung (7 km) auf einen der umliegenden Felsen. Es ist heute sehr windig, fast stürmisch. Wir entdecken einen schönen Platz auf dem Felsen, machen eine Pause und genießen den wunderbaren Ausblick auf das Meer. Die Natur ist atemberaubend, alles ist so weit, man trifft nur ab und zu mal Leute.
Das Farbenspiel von Wasser, Steppengras und Felsen ist unbeschreiblich schön und die Ruhe tut manchmal fast weh.

Jetzt aber genug geschwärmt, wir müssen los, denn unser Abendessen wartet.

Nach dem Essen schauen wir von unserer kleinen Terrasse den Sonnenuntergang bei einem leckeren Rotwein.

Reisetag – Dienstag 06.08.2019

Olchon

Heute gehen wir wandern. Es geht über die Wiesen und hoch in den Wald. Im Wald soll es wilde Tiere geben. wahrscheinlich irgendwelche Wildkatzen (Lux o.ä.?). Bogdan kann das nicht übersetzen. Wenn wir mal wieder ein Netz haben, werden wir Google fragen.
Irgendwann ist der Waldweg plötzlich zu Ende und wir kehren lieber um, wir sind 600m hoch.
Wir haben wieder mal keine Leute getroffen.
Haben auch noch einen kleinen Friedhof gefunden, auf dem sehr viele junge Leute beigesetzt wurden (35 – 40 Jahre).
Wir wundern uns darüber, wollen mal Bogdan fragen.

Den Nachmittag verbringen wir ganz allein in einer kleinen Bucht am Strand.

 

Insgesamt sind wir 11 km gelaufen.

Thomas geht am Abend noch joggen, ich hab heute keine Lust. Dann geht es noch auf den “Nachbarhügel” zum Sonnenuntergang.

Reisetag – Mittwoch 07.08.2019

Olchon Baikalsee

Die Sonne ist heute nicht zu sehen. Irgendwie ist es immer ein bisschen diesig, aber heute ist es bedeckt.

Wir gehen wieder auf Wanderschaft, heute in eine andere Richtung, wollen wieder auf einen Berg, um den schönen Blick auf den See zu genießen.

Plötzlich liegt vor uns ein Canyon. Wir laufen durch und kommen direkt ans Wasser. Wenn es regnet wird aus dem Canyon bestimmt ein reißender Fluss.
Wir gehen wieder auf den Berg und laufen an der Kante entlang mit Blick auf den See. Wunderschön…

Thomas baut noch ein Steinmännchen, welches von oben auf das Wasser schaut.

Am Abend regnet es für ca. eine Stunde. Das erste Mal seitdem wir hier sind.

Wir sortieren schon mal unsere Sachen, denn morgen um
12 Uhr startet unsere Überfahrt nach Irkutsk.
Wir wollen dann versuchen von Irkutsk noch nach Slyudyanka zu fahren. Mal sehen, ob das klappt, denn wir kommen erst um 18 Uhr in Irkutsk an.
Leider wissen wir nicht genau, ob und wann ein Bus oder Zug nach Slyudyanka fährt, da wir kein Internet haben.
Wenn eine Weiterreise nicht möglich ist, bleiben wir noch eine Nacht in Irkutsk.

Wir unterhalten uns beim Abendessen noch mit Bogdans Mutter, die hier immer die Mahlzeiten für uns zubereitet.
Sie erzählt uns, dass das Jurtencamp von Juni bis August betrieben wird, also nur drei Monate.
Bogdan ist der Geschäftsinhaber und studiert eigentlich in Irkutsk, wo die Familie von September bis Mai wohnt.
Im Winter werden die Jurten abgebaut. Es gibt hier im Ort nur diese eine Unterkunft für Touristen. Auch ist das hier das einzige Grundstück mit eigenem Wasser. Dazu hat man
5 Tage lang durch Felsen 100m tief gebohrt.
Das Wasser wird abgekocht und getrunken, auch wir trinken es hier, da es ja keinen Markt oder ähnliches gibt.
Die kleinen umliegenden Häuser werden mit Wasser beliefert. Wir haben eine saubere Toilette und auch Duschen, aber ringsum gibt es nur Aussen-Plumpsklos.

einfache Häuser am Baikalsee, Russland dem grössten Land der Erde
Typische Häuser auf Olchon am Baikal

Außerdem fragen wir nach den vielen relativ jung verstorbenen Leuten, die wir gestern auf dem Friedhof entdeckt haben. Die meisten von ihnen haben Selbstmord begangen, weil das Leben für sie hier ohne Perspektive war, Alkohol und Inzucht waren oder sind Probleme auf der Insel. Fischerei und Jagd sind eingeschränkt worden, Wilderei wird bestraft. Wir können uns nur begrenzt ein Bild von dem harten Leben im Winter hier machen.
Trotzdem muss die Natur hier zur kalten Jahreszeit sehr schön sein, das Eis, die vielen bizarren Formen der gefrorenen Eismassen und Eiszapfen. Man soll wunderbar kilometerweit Schlittschuhlaufen können. Laut Bogdan sind im Winter hauptsächlich Chinesen auf der Insel, um Sport zu treiben und zu fotografieren.

Wir finden solche Gespräche mit Einheimischen immer sehr interessant, es gibt so viele wissenswerte Informationen, welche uns sonst verborgen bleiben würden.

Reisetag – Donnerstag 08.08.2019

Olchon – Irkutsk

Es nieselt, die Temperaturen sind merklich gefallen, in der Nacht hatten wir schon eine kleine E-Heizung an.

Kurz nach 11:00 Uhr fährt uns Bogdan nach Khuzir, denn dort startet um 12:00 Uhr unser Kleinbus zur Fähre. Vorher haben wir uns noch sehr herzlich von Bogdans Mutter verabschiedet. Sie hat immer so toll die Mahlzeiten für uns zubereitet.

Der Kleinbus ist randvoll, wir wissen kaum, wo wir unser Gepäck lassen sollen (ca. 30 Personen). Außerdem stinkt es nach Abgasen im Bus. Es holpert die ganze Fahrt.
Viele Bewohner der Insel fahren aufs Festland. Die Fahrt dauert eine Stunde. Jetzt bloß raus aus dem Bus. Mir ist schlecht und ich habe Kopfschmerzen. Dieser Bus bringt uns nur bis zur Fähre.

Bus und Bahn in Russland
Im Kleinbus

An der Fähre sehen wir schon die lange Schlange der wartenden Autos. Es passen immer nur ein paar Fahrzeuge auf die Fähre. Viele Menschen nutzen Sie so wie wir als Fußgänger. Um 13:10 Uhr fahren wir los.
Die Überfahrt dauert nur ca. 20 min.

Baikalsee, der grösste Süßwassersee der Erde
Fähre zurück auf das Festland

Auf dem Festland angekommen sehen wir mehrere Busse. Wir suchen unseren Bus, fragen uns durch und finden ihn schnell. Es ist ein großer moderner Bus und gegen 14:00 Uhr fahren wir los.
Nach ca 1,5 Std. gibt es eine Pause. Wir haben 20 min Zeit für die Toilette und um etwas zu essen zu kaufen (wenn wir nicht etwas russisch verstehen würden, dann wüssten wir nicht, dass die Pause 20min dauert/:-)) Toilette schaffen wir, essen kaufen leider nicht. Wir haben Angst, dass der Bus ohne uns weiterfährt. Zum Glück haben wir immer etwas Essbares dabei und natürlich auch Wasser.

Gegen 17:30 Uhr erreichen wir Irkutsk. Eigentlich wollten wir nach Slyudyanka und dann weiter in die Berge nach Arshan. Es ist dort oben allerdings schlechtes Wetter angesagt und die Fahrt wäre auch noch sehr weit. Wir könnten erst um 21:00 Uhr von Irkutsk weiterfahren und wären um Mitternacht in Slyudyanka, um dann morgen früh weiterzufahren nach Arshan.
Wir entscheiden uns dagegen und bleiben in Irkutsk.
Das Hotel in Slyudyanka stornieren wir und in Irkutsk buchen wir für vier Tage, also bis Montag. Am Montag werden wir Russland verlassen und in die Mongolei weiterreisen.

Unser Hotel liegt nur ein paar Gehminuten vom Zentrum entfernt. Vom Busbahnhof fahren wir drei Stationen mit der Straßenbahn. Es gibt in den Bahnen oder Bussen immer einen Kassierer oder man bezahlt beim Fahrer. Man muss sich also keine Gedanken um ein Ticket machen. In Irkutsk kostet eine Fahrt mit Bus oder Straßenbahn ca. 0,20 €. Dafür kann man durch die ganze Stadt fahren.

Wir gehen zum Abendessen in ein Restaurant, welches relativ groß ist und wo es sehr leckere preiswerte Speisen gibt.
Für umgerechnet 13 € bekommen wir sehr reichliches Essen und Getränke für zwei Personen.

Danach gehen wir noch in den Supermarkt. Wir brauchen Wasser und ein bisschen Essen für unterwegs. Die Geschäfte haben hier übrigens immer sehr lange auf. Supermärkte meist bis 23 Uhr.

Reisetag – Freitag 09.08.2019

Irkutsk

Heute ist “Bürotag”. Wir haben einige Dinge zu erledigen, z.B. Mails beantworten, Postkarten schreiben… ja es gibt sie noch, die guten alten Postkarten usw.

Aber das Wichtigste: Wir müssen über die Mongolei recherchieren. Das Land ist so groß und teilweise unerschlossen, so dass es schwierig ist, es allein zu bereisen. Wir haben bereits bei verschiedenen Reiseunternehmen der Mongolei angefragt.

Zwischendurch schlendern wir durch die Stadt und schauen uns noch verschiedene Kirchen an. Es gibt hier so viele, dass ich die Übersicht verloren habe.

Russland Reisen

Und wir haben noch etwas Wichtiges zu erledigen, wir müssen Briefmarken kaufen und die Postkarten verschicken.
Wir finden eine Post und müssen eine halbe Stunde anstehen.
Dann sind wir endlich dran. Wir stellen die Angestellte vor eine große Aufgabe. Auf zwei unserer Postkarten klebt schon eine 46-Rubel-Marke. Die hatten wir in Jekaterinburg gekauft. Das von hier die Versendung nach Europa teurer ist als von Jekaterinburg, daran haben wir nicht gedacht.
Die Postangestellte hat dann noch vier 1-Rubel-Marken dazu geklebt. Das war wahrlich eine Herausforderung, denn auf den Karten ist kaum noch Platz für weitere Marken.
Dann wollen wir aber noch zusätzlich ein paar Marken kaufen – das hat sie dann doch überfordert. Ich finde, wir haben unser Anliegen ganz gut erklärt, selbstverständlich auf russisch, aber na ja…
Sie hat nochmal ihre Kollegin gefragt und dann hat es geklappt.

Postkarten - Abgabe am Schalter in Russland
In der Post von Irkutsk

Am Abend finden wir in einer Seitenstraße ein schönes Restaurant. Es gibt leckeres Essen aus der sibirischen Küche.
Wir schauen gern in die Nebenstraßen. Man kann dort meist sehr gut und authentisch essen und es ist viel preiswerter und ruhiger als in der Touristenmeile.

Reisetag – Samstag 10.08.2019

Irkutsk

Nach dem Frühstück in unserem mittlerweile Lieblings- Schnellrestaurant geht es auf die Halbinseln Junost und Konni hier in Irkutsk. Hier befindet sich ein Park, in dem es Attraktionen für die ganze Familie gibt. Hier gibt es die Ostsibirische Kindereisenbahn, die der Transsibirischen Eisenbahn nachgebaut ist, aber eine Nummer kleiner. Mit der Eisenbahn kann man 3,75 km fahren und die Kinder können mitarbeiten, sie können z.b. Schaffner sein oder Zugbegleiter.
Weiterhin gibt es u.a tolle Spielplätze, einen Kletterpark, einen See, auf dem man Boot fahren kann, eine riesige Hüpfburg, einen Tennisplatz für Erwachsene, E-Scooter für Kinder und ein großes Riesenrad.

Ausflugsanlagen rundum
Blick vom Riesenrad

Eine Fahrt mit dem Riesenrad lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Wir haben Glück, denn die Schlange ist noch kurz. Das Riesenrad fährt ganz langsam und wir sitzen in geschlossenen Gondeln. Eine Runde dauert 12 Minuten. Uns wird in der Höhe ein bisschen mulmig. Die Aussicht ist toll und es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Danach genießen wir noch ein leckeres Eis. Dieses Eis kennen wir aus unserer Kindheit, Moskauer Sahneeis, oberlecker!
Leider müssen wir jetzt weiter, denn wir haben einen Termin! Beim Friseur.. haben uns spontan entschieden, Preis ausgehandelt, Termin gemacht und um 13:30 Uhr geht es los. Wir erklären mit Händen und Füßen, was wir wollen und lassen uns überraschen. Wir finden, das Ergebnis kann sich sehen lassen und steuern zufrieden das nächste Café an, von dem wir einen schönen Blick auf die Flaniermeile von Irkutsk haben. Hier gönnen wir uns einen leckeren Kaffee Latte dazu einen Kirschstrudel bzw. einen Quarkstrudel mit Eis und ein Kaltgetränk, denn es ist heute sehr warm. Das Kaltgetränk nennt sich Kompott, anders als bei uns ist damit ein Getränk gemeint, welches aus getrockneten Früchten hergestellt wird. Diese werden mit Wasser und Zucker kurz aufgekocht, dann lässt man das Ganze ziehen und kann es kalt oder auch lauwarm genießen. Sehr lecker.

Jetzt aber ab ins Hotel, der Schreibtisch wartet. Man glaubt es kaum, aber wir haben immer etwas zu erledigen. Der Blog schreibt sich schließlich auch nicht von allein. Aber er ist für uns eine Art Tagebuch, welches wir gern mit euch teilen.

Hier noch ein Nachtrag zu den Pudelkühen: Das waren keine Kühe sondern Yaks. Hab ich auch schon mal irgendwo im Zoo gesehen.

Reisetag – Sonntag 11.08.2019

Irkutsk

An unserem letztem Tag in Irkutsk regnet und gewittert es.
Wir verbringen den Tag ganz ruhig, gehen in einer Regenpause spazieren und etwas essen und recherchieren weiter im Hotel.

Russland - Shoppen im Supermarkt
Im Supermarkt Irkutsk

Am Abend packen wir, denn morgen müssen wir früh raus.

Packen in Russland
Das muss wieder in den Rucksack

Um 8:15 Uhr fährt unser Zug nach Ulan-Bator.
Damit endet morgen die erste Etappe unserer Reise.
Morgen werde ich im Zug noch ein Fazit zu Russland schreiben.

In der Mongolei haben wir sehr wahrscheinlich häufig ein schlechtes oder gar kein Internet. Dann können wir natürlich auch den Blog nicht regelmäßig mit neuen Berichten füllen.
Sobald ein Netz verfügbar ist, laden wir die Berichte und Fotos natürlich hoch 😄

Reisetag – Montag 12.08.2019

Abfahrt Irkutsk – Zugfahrt nach Ulanbaatar

Wir sind aufgeregt, haben schlecht geschlafen. Unsere Russland Reiseberichte müssen noch geschrieben werden.

Heute geht es nach Ulan-Bator, nach 29 Tagen Russlandreise ( 30 Tage wären möglich gewesen mit unserem Visa. Aber eine kleine Reserve ist gut 😉)

Um 6:00 Uhr stehen wir auf und um 7:00 Uhr gehen wir zur Straßenbahn (5min) und fahren zum Bahnhof. Dort ist es schon sehr voll. Wir warten bis die Anzeige zeigt, von welchem Bahnsteig unserer Zug abfährt.

Die Zugabfahrten sind gut geregelt, die Anzeigen in kyrillischer Schrift
Anzeigetafel Bahnhof Irkutsk – Russland

Auf dem Bahnsteig kontrolliert die Zugbegleiterin vor dem Einsteigen unsere Tickets und Pässe. Wir haben Wagen 11 Kabine 5/6 in der 1. Klasse gebucht. Diesen «Luxus» gönnen wir uns, denn dann haben wir ein Abteil für uns alleine.

Transsibirische Eisenbahn - Kontrolle beim Einsteigen in Irkutsk
Einstiegskontrolle in Irkutsk – Russland

Es ist immer gemütlich in den Abteilen, saubere Liegen/Betten mit je zwei dicken frischen Kissen.
Die Bettwäsche ist weiß und wirklich sehr sauber. Vorsichtshalber habe ich ja immer meinen 45 g leichten Seidenschlafsack dabei (falls das Bett mal nicht so vertrauenswürdig erscheint)…Man weiß ja nie.. 🤗

Die Strecke, die wir heute fahren ist bisher landschaftlich gesehen die schönste. Wir fahren eine ganze Zeit am Baikalsee entlang. Die unterschiedlichen Grüntöne der Landschaft, dazu das Wasser des Sees, die strahlende Sonne und wunderschöne Wolkenformationen, alles scheint perfekt arrangiert. Nach dem Baikalsee kommen verschiedene Flüsse. Wir sehen Pferde und fragen uns, wem sie gehören, denn weit und breit ist nichts und niemand zu sehen.

Baikalsee - Ausblick vom Zug Transsibirische Eisenbahn
Blick aus dem Zug am Baikalsee

 

Zugfahrt am Baikal
Blick aus dem Zug – Transib

Kurz vor 20:00 Uhr erreichen wir den russischen Grenzort Naushki. Hier haben wir fast eine Stunde Aufenthalt und werden gründlich kontrolliert.
Als erstes ist Passportkontrolle und der Beamte nimmt die Ausweise mit. Dann kommt der Zoll. Wir werden nach Medikamenten und Drogen gefragt.
Danach kommen zwei weitere Beamte mit Hund und wir müssen unser Abteil verlassen. Einer der Beamten schaut unter unsere Liegen. Alles klar!
Wir dürfen wieder in unser Abteil.

Um 21:45 Uhr geht es endlich weiter. 22:30 Uhr sind wir in Sükhbaatar/Mongolei. Einreisekontrolle. Passportkontrolle, Zoll, alles in Ordnung, wir dürfen in die Mongolei einreisen. Um 0:15 Uhr fährt der Zug weiter.
Wir können endlich schlafen.



Weitere Reiseberichte zu unserer Weltreise ...
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, dann findest du hier die anderen Tage unserer Weltreise, mit den Reiseberichten, Erfahrungen, Hinweisen, Tipps & Impressionen:

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12 Gedanken zu „Russland – das größte Land der Erde“

  1. Wir wünschen Euch eine schöne Reise, viele interessante Erlebnisse und viel Spaß. Bleibt gesund und kommt gesund wieder nach Hause.
    Ganz liebe Grüße Marion und Dieter

    Antworten
  2. Großartig, wir wünschen Euch eine spannende Zeit und bleibt gesund, wir freuen uns auf weitere Beiträge. GlG Anja und Marc

    Antworten
    • Danke schön. Sehr lieb von euch. Wir haben hier eine tolle Zeit. Und ihr passt bitte auf die Heimat auf! Viele liebe Grüße auch an die beiden kleinen Mädels.

      Antworten
  3. Hallo ihr Weltenbummler,
    die Wohnung in Omsk macht einen super Eindruck. Tolle Fotos bisher. Weiter so.
    Liebe Grüße Heidi und Reinhard

    Antworten
    • Hallo ihr Beiden,
      nicht bloß die Wohnung macht einen guten Eindruck, sondern die ganze Stadt, sowie das ganze Land auf uns einen super Eindruck macht. Wir sind bisher sehr positiv überrascht.
      Auch hier in Omsk ist alles sehr offen und quirlig. Wir lassen uns weiterhin überraschen und halten euch auf dem Laufenden.
      Liebe Grüße aus der Ferne

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