China – Guilin Longsheng Zhangjiajie

Good Bye, China

 

Tourradar

 

Dienstag 19.11.2019

Tag: 128 Nanning

Nanning ist eine typische chinesische Stadt mit 7 Millionen Einwohnern.
Für uns ist Nanning nur ein Durchreiseort, denn von hier aus geht es morgen früh per Flugzeug nach Hanoi.
An unserem letzten Tag in China sind wir voll im Ruhemodus.
Das einzige Highlight: Thomas war ein paar Häuser neben unserem Hotel zur Zahnreinigung.
Ansonsten haben wir noch ein wenig recherchiert, die Webseite gestaltet und gechillt.
Wir genießen ein letztes chinesisches Essen und sagen nach einer tollen Zeit mit vielen Erlebnissen und Eindrücken “Auf Wiedersehen, China“.

Montag 18.11.2019

Tag: 127 Nanning

Der Zugfahrt ist sehr unruhig, der Zug ruckelt und manchmal hat man das Gefühl, dass er entgleist. Hin und wieder hört es sich an, als ob die Lok getauscht wird. Oft bleiben wir stehen, um auf entgegenkommende Züge zu warten, außerdem wird an etlichen Bahnhöfen haltgemacht. Trotzdem können wir ein bisschen schlafen und kommen am nächsten Morgen nach 15,5 Stunden Fahrt mit 10 min Verspätung um 8:40 Uhr in Nanning an.
Der Bahnhof ist übersichtlich, wir gehen zur Metrostation, die sich gleich am Bahnhof befindet und fahren vier Stationen bis zur Station Tinghong Lu. Von hier sind es nur knapp 300m bis zu unserem Hotel “Echarm Plus Hotel”. Das Hotel ist weder bei Maps.me noch bei Mapy.cz (diese beiden Apps verwenden wir zur Orientierung) zu finden, durch die Karte von Trip.com (dort haben wir das Hotel gebucht) wissen wir aber, wo es sich befindet.

Blick aus dem Hotelfenster

Leider steht der Name am Hotel nur der chinesischer Sprache, einzig das “PLUS” (Echarm Plus Hotel) ist in unseren Buchstaben geschrieben. Trotzdem finden wir es auf Anhieb.
Um 9:30 betreten wir bereits das Hotel und auch hier haben wir wieder Glück und können sofort einchecken. Wir haben ein sehr schönes Zimmer ganz oben in der 30. Etage. Es geht mir etwas besser als gestern, aber noch nicht gut und so ruhen wir uns aus, und gehen am Nachmittag durch die hübsche Innenstadt des Viertels, in der es fast ausschließlich Restaurants und eine große Shoppingmall gibt. In einem Autohaus sehen wir ein Elektroauto, dass unserem Smart sehr ähnlich ist. Wir scherzen ein wenig mit den Verkäufern, sagen, dass wir das Auto gern kaufen und mit nach Deutschland nehmen würden. Auf Chinas Straßen gibt es sehr viele Elektroautos und Elekromopeds.
Nachdem wir ein paar Einkäufe erledigt und etwas gegessen haben, gehen wir zurück zum Hotel.
Per Mail sind jetzt von der von uns beauftragen Agentur die Formulare für unsere Visa gekommen. Thomas lässt diese an der Rezeption ausdrucken. Das klappt erstaunlicherweise reibungslos und so haben wir alle Formulare (die wir natürlich noch ausfüllen müssen) und gute Chancen, ein On Arrivel Visum für Vietnam für 30 Tage bei der Einreise zu erhalten. Wir gehen noch eine Pizza essen umd bummeln durch die Shoppingmall.
Morgen haben wir noch einen Tag hier in Nanning, am Mittwoch werden wir am Morgen nach Hanoi fliegen.

Sonntag 17.11.2019

Tag: 126 Wulingyuan – Zugfahrt nach Nanning

Nach dem Frühstück fragen wir an der Rezeption, ob wir bis 14:00 Uhr im Zimmer bleiben dürfen, normalerweise ist 12:00 Uhr check-out. Das ist überhaupt kein Problem. In dieser Beziehung ist es in den meisten Hotels hier in Asien einfacher als in Europa, man kann später auschecken und häufig auch früher einchecken. Kostenfrei!
Dann bitten wir die Damen, uns ein Taxi für 14:00 Uhr zum Busbahnhof zu bestellen. Dieser ist zwar vom Hotel nicht weit entfernt, aber es regnet in Strömen. Die Taxibestellung gestaltet sich schwierig, die Dame erklärt uns, dass wir selbst anrufen sollen…Telefonieren auf chinesisch oder wie?
Letztendlich versteht sie wohl, was wir wollen.
Wir gehen auf unser Zimmer und packen unsere Sachen.
Als wir um 14:00 Uhr auschecken, ist noch kein Taxi da. Die Rezeptionistin ruft aber unaufgefordert an und kurze Zeit später steht das Taxi vor der Tür. Eigentlich wollten wir nur zum Busbahnhof in Wulingyuan, denn von dort kommt man sehr gut zum Bahnhof Zhangjiajie. Inzwischen haben wir uns aber überlegt, gleich zum Bahnhof nach Zhangjiajie zu fahren, da es immer noch in Strömen regnet.


Außerdem hat mich irgendein Virus befallen, was mich heute ein bisschen schwächeln lässt. Etwas angeschlagen bin ich froh, dass wir jetzt direkt zum Bahnhof fahren.
Wir verhandeln mit dem Taxifahrer, der natürlich erstmal den Preis nach oben drücken möchte und nachdem wir uns geeinigt haben, fahren wir ca. 50 min bis zum Bahnhof in Zhangjiajie. (ca. 40km für ca. 14 Euro)
Dort angekommen, müssen wir zunächst zum Ticketoffice, um unsere zuvor online gekauften Tickets abzuholen. Ohne Ticket darf man den Bahnhof nämlich nicht betreten.
Das Abholen der Tickets klappt reibungslos und nachdem wir durch die Gepäckkontrolle durch sind, suchen wir uns Plätze in den gemütlichen Ledersessel in der Wartehalle, denn wir haben noch zwei Stunden Zeit bis zur Abfahrt.
Thomas kauft noch ein paar Lebensmittel für den Zug ein, ich passe auf das Gepäck auf und schreibe …


Draußen schüttet es, es wird Zeit für unsere Abreise.
Der Vorteil unserer Reise ohne langfristig festgelegtes Ziel liegt auf der Hand: durch unsere kurzfristigen Buchungen können wir bei der Planung das Wetter berücksichtigen und schauen, wie es in den nächsten Tagen an unserem Wunschort sein wird. Ist das Wetter schön, bleiben wir, wenn nicht, geht es weiter oder die Route wird geändert.
Kurz vor 17:00 Uhr wird unsere Zugnummer aufgerufen und wir dürfen auf unseren Bahnsteig. Der Zug ist superlang, es ist kein Ende zu sehen.

Zug Zhangjiajie Nanning

Wir haben Plätze im Schlafwagen Nr.10. Unser Abteil teilen wir mit zwei chinesischen Männern.
Um 17:10 Uhr geht es los.
Ich lege mich sofort hin, fühle mich schlecht. Trotz
Pullover und dicker Decke friere ich und habe keinen Appetit.
Unsere Mitreisenden sind Einzelreisende, deshalb ist es angenehm ruhig im Abteil.
Wir haben 15 Stunden Zugfahrt vor uns…

Samstag 16.11.2019

Tag: 125 Wulingyuan “Yellow Dragon Cave”

Thomas möchte gern in die Yellow Dragon Cave (Gelbe Drachen Höhle). Ich bin eigentlich kein Freund von Höhlen, aber fahre natürlich mit. Die Höhle ist nur ca. 8km von unserem Hotel entfernt.
Die Yellow Dragon Cave ist eine große Karsthöhle in Zhangjiajie. Sie hat eine Gesamtfläche von 100.000 qm, eine Gesamtlänge von 7.640 m und eine maximale vertikale Höhe von 140 m. Es gibt vier Stockwerke und zwei unterirdischen Flüsse, drei unterirdische Wasserfällen und vier Pools.
Die Tourstrecke in der Höhle beträgt 3.200 m einschließlich einer mehr als 800 m langen Wasserstraße. Innerhalb der Höhle hat man ca. 900 Stufen zu bewältigen.
Mit dem Bus Nr.1 fahren wir vom Busbahnhof Wulingyuan ca. 15 min bis zur Höhle.

Zunächst müssen wir bis zum Ticketoffice an zahlreichen Verkaufsständen vorbei.

Am Ticketschalter gibt es Stress wegen der Ermäßigung für Thomas. Die Verkäuferin sagt uns mit Hilfe ihrer ÜbersetzungsApp, dass nur Chinesen Rabatt bekommen. Wir zeigen ihr auf einem in chinesisch und englisch geschriebenen Aushang, dass das so nicht stimmt. Warum sollte man für Chinesen den Rabatt in englischer Sprache kennzeichnen? Da es sich ohne gemeinsame Sprache schlecht streitet, geben wir auf und bezahlen den vollen Preis von 98 Yuan/Pers..


Wir kommen durch einen schön angelegten Park, sowie einen Garten, in dem auch Gemüse angebaut wird. Außerdem sehen wir einige raffinierte Wasserradkonstruktionen, die wir sehr interessant finden.
Am Eingang zur Höhle befinden sich wieder viele Gatter, in die sich die Wartenden einreichen müssen. Wir ahnen schon, dass man nur innerhalb einer Führung die Höhle besichtigen darf.
Als wir uns anstellen, ist es ziemlich leer. Dann kommt eine Reisegruppe, die bevorzugten Einlass genießt. Anschließend sind wir an der Reihe und mit uns leider noch ca. 120 weitere Personen, die während unserer kurzen Wartezeit eingetroffen sind. Die meisten gehören zu einer Reisegruppe. Der Reiseleiter hat selbstverständlich ein Mikrofon dabei, so wie es sich für einen guten Reiseleiter in China gehört, und brüllt auch gleich mal kräftig hinein. Ich hole sofort meine Kopfhörer aus der Tasche und mache die Musik aus meinem Handy möglichst laut. So ist es besser!
Nachdem wir die Höhle betreten haben, lassen wir die Gruppe erstmal laufen und trödeln langsam hinterher. Jetzt ist es erträglich. Kurze Zeit später staut es sich vor uns, da es nur durch zwei sehr enge Wege weitergeht. Ich überlege kurz, ob ich umdrehe, um die Höhle zu verlassen, gehe dann aber weiter. Der Weg wird wieder breiter und wir kommen an einen See. Das hat mit gerade noch gefehlt, gefangen in einer Höhle und dann auch noch mit Wasser.
Offensichtlich geht es mit dem Boot weiter. Unsere Gruppe hat sich in dem dafür vorgesehenen Gatter schon angestellt. Wir steigen ein, sind ungefähr 20 Leute in jedem Boot. Der Bootsführer macht einen vertrauenswürdigen Eindruck, Thomas drückt mir eine Schwimmweste in die Hand und los geht es ca. 10 Minuten in einem Elektroboot.


Die Fahrt ist schön, man kann die Höhle bestaunen umd selbst die Chinesen verhalten sich recht ruhig. Die Frau, die vor mir sitzt, macht ein Video, dreht sich mit ihrem Handy zu mir um und hält es vor mein Gesicht. Ich winke hinein, sie freut sich.
Nachdem wir ausgestiegen sind, gibt es eine Durchsage und danach löst sich sie Gruppe auf. Wahrscheinlich wurde durchgesagt, dass man ab hier allein gehen darf.
Alle Durchsagen sind auf chinesisch, es gibt keinen Audioguide und die “Führungsdame” spricht auch kein Wort englisch.
Jetzt sind wir uns selbst überlassen, wir freuen uns. Wir sehen wunderschöne Felsformationen, die ganz in chinesischer Art kunterbunt angestrahlt sind. Einige haben Beschreibungen, teilweise auch mit sehr kurzer englischer Übersetzung.

Yellow Dragon Cave in Zhangjiajie, China
Irgendwann kommen wir in einen Wald aus Stalagmiten und Stalaktiten. Der größte Stalagmit misst eine Höhe von
19.2 m und hat schätzungsweise 200000 Jahre gebraucht, um diese Höhe zu erreichen. Die Formationen sehen gigantisch aus, wieder so ein Wunder der Natur.
In der Höhle ist es sehr feucht und schwül, wir hatten es kälter erwartet. Überall tropft es und der Boden ist nass und rutschig.
Der Weg nach draußen ist sehr lang und außer uns sind kaum Leute zu sehen. Irgendwann sind wir allein. Nach ca. 1,5 Stunden verlassen wir die Höhle und machen ein Picknick.
Wir überlegen kurz, ob wir noch zum Boafeng See fahren sollen, aber es ist bedeckt und wir haben keine Lust. So nehmen wir den Bus nach Wulingyuan, fahren zum Hotel und chillen.
Morgen reisen wir weiter….

Freitag 15.11.2019

Tag: 124 Wulingyuan ” Tianmen Gebiet

Der Tianmen-Berg gilt als die „Seele“ des Naturgebiets. Er ist bekannt für seine „vier Wunder“ – die Tianmen-Seibahn, die Tongtian Avenue, die Tianmen-Höhle und den Urwald des Bergplateaus.
Am Morgen fahren wir mit dem Bus vom Busbahnhof Wulingyuan nach Zhangjiajie und steigen an der Talstation der Seilbahn aus. Hier geht es zum Tianmen Nationalpark. Dort befindet sich der Tianmen-Berg, der höchste Berg von Zhangjiajie.

Startplatz der Seilbahn zum Tiamen-Berg


Die Tianmen-Seilbahn, die mit einer Länge von 7,5 km die längste Einseilbahn der Welt ist (lt. Chinesen), ist eine der Hauptattraktionen. Leider wird die Bahn zurzeit gewartet, deshalb müssen wir auf dieses Erlebnis verzichten. Es gibt aber Shuttlebusse, sodass man trotzdem auf den Berg fahren kann.


Von der Talstation (mitten in der Stadt, in der Nähe vom Bahnhof) fahren wir zunächst bis zum Haupteingang des Gebietes mit einem Bus. Dort müssen alle Passagiere in kleine Busse umsteigen und dann geht es knapp 11 km über abenteuerliche Serpentinen und 99 Kurven über die Tongtian Avenue auf den Tianmen-Berg. Links und rechts sieht man die steilen Felsen. Wir kommen immer höher und man sieht vom Bus aus die Kurven, die an Haarnadeln erinnern, so eng sind sie. Es geht ca. 700hm hinauf.


Als wir oben am Parkplatz ankommen, sieht man noch weiter oben die beeindruckende Tianmen Höhle, die eigentlich ein Loch im Felsen ist und an eine offene Tür erinnert. Durch dieses “Loch” sind in einer Flugschau im Jahre 2006 russische Kampfflugzeuge geflogen, unglaublich.
Um zur Höhle zu gelangen, muss man noch knapp 1000 steil nach oben gehende Stufen besteigen. Man hat aber auch die Möglichkeit, mit Rolltreppen, welche im Berginneren verlaufen, nach oben zu fahren.
Wir entscheiden uns, die Stufen zu gehen.

Tiamen-Berg

Zwischendurch  schauen wir   wieder zurück nach unten auf die steil abfallenden Stufen. Hier treffen wir auch eine deutsche Studentin mit zwei ausländischen Freundinnen, mit denen wir uns nett unterhalten. Sie haben nur zwei Tage Zeit in Zhangjiajie und so können wir ihnen noch ein paar Tipps geben. Auf unserer heutigen Wanderung werden wir sie noch häufiger treffen.


Wir erreichen die Höhle und um noch weiter nach oben zu kommen, muss man jetzt mit sieben langen geschlossenen Rolltreppen im Berginneren bis nach oben fahren. Während der Fahrt kann man beleuchtete Fotos betrachten, auf welchen verrückte Sachen abgebildet sind. So fliegen Menschen durch die Höhle, Mountain-Biker fahren die 1000 steilen Stufen hinunter, in 1500 m Höhe spielen Leute auf einem Seil über dem Abgrund stehend Musikinstrumente, eine Frau tanzt auf dem Seil mit Hackenschuhen.
Nach den Rolltreppen sind wir ganz oben auf knapp 1500 m und haben atemberaubende Aussichten auf die steil abfallenden Felsen und die gezackten grünen Gipfel.

Es sieht aus, wie ein weicher grüner Teppich, sehr beeindruckend. Wir treffen einen älteren Mann mit Inline-Skatern, der einen Fußball auf einem Stock dreht, dazu dudelt Musik und an seinem Rucksack hängt die chinesische Fahne, völlig crazy.


Nach einem kleinen Picknick auf dem Gipfel, bei dem wir wieder ausreichend fotografiert werden, laufen wir auf dem Bergplateau und auf dem am Berg hängenden Klippenweg insgesamt ca. 7 km. Dabei lassen wir uns natürlich auch den 60 m langen und 1,6m breiten Skywalk aus Glas nicht entgehen. Für einen Moment habe ich das Gefühl, nicht mehr auf dem Glas, unter welchem sich der Abgrund auftut, laufen zu können. Grundsätzlich ist das nichts für Leute mit Höhenangst.


Wir kommen zum Tianmen-Tempel. Auch dieser ist mit seinen verschiedenen Bauwerken sehenswert.

Tempel Tiamen-Berg
Ein großer Teil des weiteren Weges führt auf dem Klippenweg entlang, man hat einfach einen Weg an den Berg gebaut, unglaublich.

Eigentlich kann man da nicht laufen…aber wir laufen ihn. Dabei schauen wir in tiefe Abgründe und weitere Höhlen.


Es gibt noch zwei weitere Glas-Skywalks, aber auf die verzichten wir. Unser Bedarf ist für heute gedeckt.

Tiamen-Berg China Zhangjiajie NationalparkUnd als ob das noch nicht reicht, ist in schwindelerregender Höhe auf einmal eine ca. 50 m lange Hängebrücke. Wir laufen über die Brücke und sie schwingt so stark, dass Thomas kaum die Kamera still halten kann. 

Unsere Runde ist zu Ende, wir fahren wieder sieben Rolltreppen nach unten bis zur Tianmen Höhle. Von dort geht es über weitere fünf Rolltreppen nach unten zum Parkplatz. Man kann hier natürlich wieder die 1000 Stufen gehen, aber wir nehmen die Rolltreppen abwärts. Damit sind wir heute 19 sehr lange Rolltreppen gefahren.
Vom Parkplatz geht es mit dem Bus die Serpentinen wieder abwärts. Ich bin froh, als wir an der Talstation der Busse wieder aussteigen. Von dort fährt der nächste Bus bis zur Talstation der Seilbahn in der Stadt. Wir müssen jetzt noch zum Busbahnhof ca.10 min laufen und fahren noch 45 min bis nach Wulingyuan.
Wir entscheiden uns, wieder in der Suppenküche von gestern zu essen, preiswert und sehr lecker.
Der heutige Ausflug hat uns sehr gut gefallen, das Wetter war super mit viel Sonne, der Berg mit Höhle, Serpentinen und dem bewaldeten Gipfelplateau einfach fantastisch und die Aussichten ließen uns manchmal den Atem stocken. Wir haben wieder einmal gestaunt, wozu die Chinesen fähig sind, das ist einmalig in der Welt.

Donnerstag 14.11.2019

Tag: 123 Wulingyuan “Glasboden-Brücke

Nachdem wir uns die halbe Nacht um die Visa für Vietnam gekümmert haben, kriechen wir übermüdet um 6:30 Uhr aus dem Bett.

Wir wollen heute zur Glasbodenbrücke und zum Grand Canyon in Zhangjiajie Nature Park.
Es gibt ein schnelles Frühstück und los geht es zum Busbahnhof. Die Busse sollen ab 7:00 Uhr im 30-Minuten-Takt, vom Busbahnhof in Wulingyuan fahren. Wir fahren um 8:30 Uhr los und sind ca. 40 Minuten später an der Glasbodenbrücke.
Auf dem großen Parkplatz an der Glasbodenbrücke sind einige Busse, aber relativ wenig Leute. Wir kommen zunächst zu einem unscheinbaren Gebäude, wo die Taschen gescannt werden. Hier gibt es auch Gepäckschließfächer.
Dann gehen wir ganz allein durch ein ca. 200 m langes Gatter, und fragen uns, ob wir richtig sind, denn wir haben noch kein Ticket. Jetzt erreichen wir ein größeres Haus, in dem es eine Touristinformation und Ticketschalter gibt. Eigentlich soll es Tickets nur online zu kaufen geben. Da wir aber online die Ermäßigung für Thomas nicht buchen konnten, wollen wir es am Schalter versuchen.


Zhangjiajie National Park, GlasbrigdeHier ein Video zur Glasbrücke ..

 

 



Es gibt drei offene Schalter und nur zwei andere Leute und somit sind wir sofort dran. Die Verkäuferin zeigt uns den Preis auf dem Taschenrechner, Thomas bekommt seine Ermäßigung und wir machen uns mit unseren Tickets auf den Weg zur Brücke.

Model Zhangjiajie National Park
Ein Model des Gebietes um die Glasboden-Bruecke

Alles ist gut ausgeschildert, aber leider nur in chinesischer Sprache.

Ausschilderung in Chinesisch

Wir gehen wieder durch viele Gatter (man kann sich die wartenden Menschenmassen in diesen Gattern in der Hauptsaison gut vorstellen), passieren nochmals eine Kontrolle und gehen eine Etage nach unten. Hier findet die Ticketkontrolle statt und wir bekommen Überzieher für die Schuhe, für Männer in grau, für Frauen in rot.


Auf der Brücke ist es sehr entspannt, natürlich sind einige Leute hier, aber wir können gut laufen, Fotos machen und den Blick durch das Glas in die Tiefe genießen. Das Gefühl von Höhenangst kommt bei uns nicht auf. Ich muss über zwei Mädchen lachen. Die eine zieht die andere auf das Glas und schaut dabei in die Ferne und nicht nach unten, und die andere hält die Augen geschlossen. Dann schauen beide zeitgleich nach unten und laufen entsetzt an die Seite der Brücke, denn dort gibt es einen Streifen, der nicht aus Glas und somit nicht transparent ist.

Glasboden-Brücke in Zhangjiajie
Die Sonne scheint und der grüne Canyon unter uns ist wirklich schön.

Zhangjiajie National Park Canyon Glasbrigde

Man kann auch auf den am Felsen verlaufenden Weg schauen, auf dem wir anschließend nach unten in den Canyon gehen wollen. Der hängt einfach so am Felsen und eigentlich möchte man dort nicht laufen. Insgesamt finde wir die Brücke nicht ganz so spektakulär, aber ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Grand Canyon Zhangjiajie National Park
Nach gut 45 Minuten verlassen die Brücke, machen ein kleines Picknick und laufen am Felsen entlang nach unten, was dann doch nicht so schlimm ist. Der Weg führt über steile Holztreppen, ist aber gut begehbar und durch Handläufe gesichert.

Zhangjiajie National Park Canyon und Glasbrücke

Man hat auch die Möglichkeit, mit dem Fahrstuhl nach unten zu fahren.
Unten angekommen, laufen wir über einen hochgehaltenen Weg durch den wunderschönen grünen Canyon, durch den ein kleiner Fluss läuft. 

Häufig plätschert es von den Felswänden und das Geräusch des Wassers hat eine beruhigende Wirkung, wenn nicht gerade eine Reisegruppe vorbeikommt. Das hält sich aber in Grenzen und wenn mal eine kommt, lassen wir sie überholen, denn meistens haben sie es eilig. An manchen Stellen ist der Canyon sehr schmal, einmal nur ca. 6 m breit.

Canyon Wulingyuan Zhangjiajie National Park
Wir kommen zu einer überdachten Rutsche, auf der man für 30 Yuan ein Stück nach unten rutschen kann, wie weit, wissen wir nicht, denn man kann nur bis zur ersten Kurve schauen. Die Rutsche erinnert an eine Bobrennbahn. Das sichtbare Ticketoffice ist geschlossen und die Dame an der Ticketkontrolle schickt uns mit Hilfe ihrer ÜbersetzungsApp zu einem anderen Schalter. Wir sollen doch wohl nicht wieder nach oben laufen? Den anderen Schalter finden wir dann ganz in der Nähe, aber der ist auch zu und war wohl auch schon lange nicht mehr geöffnet. Doch wieder nach oben? Auf keinen Fall…Wir gehen also ohne Ticket zurück zur Kontrolle und dort kommt ein Mann, nimmt unsere 60 Yuan uns wir dürfen rutschen.

Die Chinesen können hier auch einen Code scannen und online bezahlen, für Ausländer geht das aber in der Regel nicht.
Das Rutschen war lustig, ein schöner Spaß zwischendurch, wenn auch nur für ca. 100 m.
Auf dem weiteren Weg sehen wir viele kleine und größere Wasserfälle, die Sonne scheint.
Wir kommen zu einer Zweiseilbahn, in der man nur in einem Gurt befestigt ca. 300 m leicht abwärts und mit einiger Geschwindigkeit über den Canyon rauscht. Das ist ein echtes Erlebnis und beim Losfahren bereue ich kurz meine Entscheidung, aber dann macht es wirklich Spaß.
Nach einem kleinen Picknick laufen wir weiter. Wir durchqueren eine Höhle, in der man schöne Stalaktiten und Stalagniten sehen kann. Es ist immer wieder beeindruckend, was die Natur im Laufe von Millionen Jahren geschaffen hat.
Es geht am Fluss entlang weiter, dieser ist jetzt auch breiter geworden und wir sehen kleine Minienten. Die sind winzig und in dem grünen aber kristallklaren Wasser kann man sehen, wie sie tief ins Wasser tauchen, um dann kurz danach wieder noch oben zu schießen. Die Felsen spiegeln sich im Wasser, ein wunderschönes Bild.

Zhangjiajie National Park Canyon bei Glasboden Brücke
Plötzlich ist der Weg zu Ende und es liegen Boote im Wasser, chinesische Dschunken. Hier gibt es an Land keinen Weg mehr und so fahren wir also ca. 10 min mit dem Boot über den Fluss (ist im Ticketpreis enthalten) und kommen am Busparkplatz wieder an.
Wir fahren mit dem Bus zurück nach Wulingyuan und gehen in einem Café Kuchen essen und Tee trinken. Eigentlich müsste man solche Läden aufgrund des anfallenden Plastikmülls boykottieren, aber leider wird man dann verhungern. Sämtliche Kuchenstücke sind einzeln in Plastik verpackt. Obwohl wir im Cafe essen, gibt es Plastiklöffel, die wiederum in einer Plastikverpackung sind. Selbstverständlich ist auch der frisch zubereitete Tee in einem Plastikbecher mit Deckel.

Es gibt Gebäckpackungen mit fünf Keksen, da würden auch 50 reinpassen.

In den Supermärkten gibt es Tüten mit allem Möglichen wie z.B. kleine Fleischsnaks, Süßigkeiten usw. und alles wird nochmal einzeln eingeschweißt, bevor es in die Tüte kommt. Es ist zum Heulen 😥


Zurück zum Hotel laufen wir am Fluss entlang, dessen Uferpromenade wunderschön angelegt ist, die Sonne scheint immer noch, wir sehen Angler.
Abends essen wir in einer Suppenküche. Für umgerechnet 6 € gibt es hier zwei schmackhafte Nudelsuppen und Grapefruittee.


Randbemerkung :
Wahrscheinlich wird man in Zukunft immer weniger Fremdsprachen lernen, da es zahlreiche ÜbersetzungApps, jetzt ja auch schon zum reinsprechen, gibt. 😒

Mittwoch 13.11.2019

Tag: 122 Wulingyuan “Bürotag”

Es gibt hier in Zhangjiajie noch viel zu sehen und so verlängern wir unseren Aufenthalt noch einmal um zwei Tage.
Heute Nacht hat es bei 10 Grad Celsius geregnet, draußen ist es jetzt sehr nass und bewölkt. Wir legen erstmal ein paar “Bürostunden” ein und planen unter anderem unsere Weiterreise. Das Internet in China ist schwierig zu händeln, weil vieles blockiert wird, deshalb benötigt man für alles, was online zu erledigen ist, viel mehr Zeit und noch mehr Geduld.
Nächste Woche wollen wir nach Vietnam. Wir haben kein Visum und deshalb dürfen wir nur 15 Tage bleiben. Bei der Recherche zu Vietnam finden wir aber viele Dinge, die uns interessieren und die wir gern sehen würden. Außerdem hat Vietnam schöne Strände und ist obendrein noch relativ preiswert, also bestens zum relaxen geeignet. 15 Tage sind also eindeutig zu wenig.
Ein “Visum on Arrivel” muss her. Dieses kann man für ca.
17 $ online beantragen und die normale Bearbeitungzeit dauert zwei Werktage. Nachdem wir eine Agentur im Internet gefunden haben, füllen wie das Online-Formular aus (geht wirklich schnell). Dann geht es zur Bezahlung, eigentlich auch simpel. Ist es aber nicht, denn wenn man mit einer deutschen Kreditkarte auf ein vietnamesisches Konto bezahlen möchte, ist das für die Banken in Deutschland ein Problem. Und dann noch ein schlechtes Internet und das Ganze wird fast unmöglich. Aber nur fast…Nach insgesamt gut 4 Stunden und gefühlten 100 Versuchen hat die letzte von 5 Kreditkarten und 3 verschiedenen Banken funktioniert.
Dabei ist eine Karte auf Grund der vielen Versuche wegen des schlechten Internets gesperrt worden. Diese jetzt wieder freischalten zu lassen, wird wieder Wochen dauern, weil die Banken so hoffnungslos überarbeitet sind. Als ich während unserer Reise bei meiner FIDOR Bank nach der Lösung eines simplen Problems per Mail anfragte, haben die trotz meines Hinweises, dass ich im Ausland bin, mehr als zwei Wochen gebraucht, um mir eine Antwort zu senden.
Man kann nur jedem Reisenden raten, mehrere Karten von verschiedenen Banken zu haben.
Jedenfalls hat es mit der Bezahlung irgendwann geklappt und vielleicht klappt es auch mit den Visa für Vietnam.
Auf jeden Fall fahren wir am Sonntag nach Nanning (China) und fliegen von dort am Mittwoch nach Hanoi (Vietnam). Fliegen deshalb, weil das Visum leichter an Flughäfen zu bekommen ist. Bei der Zugeinreise wäre es problematisch und nicht so ratsam, deshalb fliegen wir… 1:15h, für 86,–€/Pers.. Gebucht über Trip.com.
In Vietnam wird es dann wieder wärmer. Hier in China ist jetzt schönes Herbstwetter bei knapp 20 Grad Celsius und nachts geht die Temperatur auf 10 Grad Celsius runter. Es wird langsam zu kalt für uns 😏

Dienstag 12.11.2019

Tag: 121 Wulingyuan “Avatar-Gebirge”

 

In Deutschland sind wir Auto gefahren, hier fahren wir jetzt Seilbahn 😏Natürlich…  nur für ein paar Tage…
Wir wollen mit der Seilbahn auf den Tianzi-Berg fahren und von dort zu Fuß bis zur TEN MILES NATURAL GALLERY, einem Tal, in dem es dichte Wälder, groteske Felsen und Affen gibt, laufen.
Von dort hat man die Möglichkeit, ein Stück mit dem Sightseeing Mini-Train zu fahren und dann mit dem Bus bis zum Wulingyuan Eingang.
Zunächst erkunden wir uns mit Hilfe unserer Karte vom Nationalpark am Ticketschalter, ob man zu Fuß vom Berg nach unten laufen kann und ob der Sightseeing Train noch fährt.
Die Dame am Schalter spricht kein englisch umd verneint. Thomas zeigt ihr auf der Karte den eingezeichneten Wanderweg und ab da ignoriert sie uns völlig. Wir zeigen nochmals auf die Karte und sie schaut durch die Glasscheibe und uns hindurch 🤪. OK,  wir versuchen es trotzdem.

 

Wir fahren also mit der Seilbahn wieder auf den Tianzi-Berg und von dort eine Station mit dem Bus. Es fängt an zu regnen und so gibt es bei Mc Donald erstmal einen Kaffee. Wir haben Glück, der Regen lässt nach und los geht es.

 

 


Der Weg führt über zahlreiche Stufen meist abwärts, insgesamt 500 hm. Unterwegs gibt es einige Terrassen mit wunderbaren Aussichten. Ab und zu treffen wir andere Touristen, erstaunlicherweise laufen einige auch nach oben.

 

Picknick

 

Wir suchen uns einen gemütlichen Platz umd machen ein Picknick. Dann erreichen wir die TEN MILES NATURAL GALLERY und wundern uns, wie viele Leute hier sind.

 

 

Wirfinden einen Hinweis auf einen Affenpark und folgen dem Schild. Nach ein paar Metern sehen wir ein Gehege mit Affen. Wir sind entsetzt, denn das Gehege ist eher ein Käfig. Es bricht einem fast das Herz, wenn man die Affen dort eingesperrt sieht, wo doch in den Wäldern rundherum ihre Artgenossen fröhlich turnen.

 

Affen-Garten 😞

 

Gleich neben dem Käfig befindet sich ein Kiosk, vor dem ein Lautsprecher brüllt. Thomas nimmt den Text auf und übersetzt. Es wird Werbung gemacht für die angebotenen Waren. Einfach grausam…für unsere Ohren und für die Affen.

 

 

Wir gehen weiter und beobachten die Leute, die größtenteils wohl für Selfies hierher gekommen sind.

 

Fotografieren – alles was vor der Linse ist 😒

 

Eigentlich wollten wir mit der kleinen Touristenbahn weiterfahren, aber uns vergeht die Lust, als wir die vielen Handys, die sich an langen Armen aus den Zugfenster strecken, sehen. Wir entschließen uns zu Fuß weiterzugehen.

 

Fotografieren – alles was vor der Linse ist 😒

 

Der Weg führt direkt an der ca. 2km langen Bahnstrecke entlang und die kleinen Bahnen fahren in kurzen Abständen links an uns vorbei. An der rechten Seiten sehen wir wilde Affen in den Bäumen.

 

Es ist eine ganze Horde und es sind auch Babys dabei. Wir können uns gar nicht sattsehen und müssen auch gleichzeitig an die eingesperrt Affen denken. Wenn man mit der Bahn fährt, kann man die Affen sehr wahrscheinlich nicht entdecken.

 

Also unser Tipp: Wer kann, sollte unbedingt zu Fuß gehen! Die meisten Leute fahren mit der Bahn und so kann man in Ruhe die Affen beobachten.

 

Nach Erreichen der Bahnstation nehmen ein den Bus bis zum Wulingyuan Eingang.
In der Touristeninformation erkundigen wir uns nach der Glasbodenbrücke in Zhangjiajie, die wir noch beschreiten wollen. Der junge Mann spricht gut Englisch und erklärt uns, dass wir das Ticket online oder direkt an der Brücke kaufen können. Es gibt keine Garantie, dass man vor Ort noch ein Ticket bekommt, also besser vorher das Ticket kaufen. Der Bus zur Glasbodenbrücke fährt vom Busbahnhof in Wulingyuan täglich ab 7:00 Uhr alle 30 Minuten.

 

Montag 11.11.2019

Tag: 120 Wulingyuan “Avatar-Gebirge”

 

Mit der Seilbahn fahren wir wieder auf den Tianzi-Berg und von dort mit dem Bus zur ersten Haltestelle. Bei MC Donalds gibt es ein Eis. Das schmeckt dort sehr lecker.
Weiter geht es mit dem Bus zur Haltestelle Nr.5, dort wo die Tankstelle ist. Leider haben wir das gleiche Problem wie gestern, trotz Durchsage zum baldigen Stopp hält der Bus nicht an. Somit müssen wir wieder ca. 250m auf der Bergstraße zurücklaufen.

 

 

Von der Tankstelle starten wir unsere knapp 5 km Wanderung, die uns über zahlreiche Stufen auf und ab (200 hm) zu verschiedenen Aussichtsterrassen führt.

 

 

Das Wetter ist mit ca. 19 Grad ideal zum Wandern, es ist bedeckt. Der Wanderweg führt meist durch den Wald und von den verschiedenen Plattformen hat man wirklich atemberaubende Aussichten.

 

Avatar Berge in China, Zhangjiajie
Grandiose Aussichten in schwindelerregender Höhe

 

An den Plattformen geht es teilweise links und rechts steil ab, nichts für Leute mit Höhenangst. Der Weg ist gut ausgeschildert, man muss aber auf dem gleichen Weg zurück.

 

Felsformationen im Avatar-Gebirge
Da drüben waren wir …

 

Wir treffen nur vereinzelt andere Wanderer und genießen die Ruhe, die man im schönen China doch selten findet. Ein echter Balsam für die Ohren. Und deshalb hören wir sie auch, bevor wir sie sehen – eine Affenfamilie gibt Laute und tobt durch die Bäume. Es ist immer wieder schön, die Tiere in der Wildnis zu beobachten.

 

“Alte Brücke”

 

 

Man warnt hier immer mal wieder vor den Affen, sie sollen auch schon mal Menschen angreifen, vielleicht weil sie Essbares in deren Gepäck riechen? Ich hole mal vorsichtshalber meine Trillerpfeife raus und Thomas bewaffnet sich mit einem großen Stock. Wir verhalten uns leise und beobachten.
Ein schönes Schauspiel…
Wir haben noch Zeit und so fahren wir mit dem Shuttlebus weiter, um das Wulong Village (Dorf) zu besichtigen. Der Weg zum alten Dorf ist leider gesperrt.

 

Man kann sehen, wie der Weg an der Klippe entlangführt und dass er nicht mehr begehbar ist. Schade, vielleicht wird er irgendwann restauriert.
Wir gehen also zurück und wollen mit dem Bus zur Seilbahn, um mit dieser wieder zum Eingang Wulingyuan zu fahren. Da wir nicht wissen, welcher Bus dorthin fährt, fragen wir einen Angestellten. Dieser erklärt uns mit ein bisschen englisch, dass wir zweimal umsteigen müssen. An der Seilbahn müssen wir dann mehr als eine halbe Stunde warten, denn dort findet gerade ein Wartungslauf statt (wenn wir das Schild richtig gedeutet haben) und niemand darf fahren. Somit entsteht eine lange Schlange, in der wir glücklicherweise ziemlich weit vorne stehen. Bei dieser Gelegenheit können wir uns sehr gut vorstellen, wie sich das Ganze in der Ferienzeit hier staut.
Am Abend gehen wir in ein uns schon bekanntes Restaurant, in dem wir bereits einmal sehr gut gegessen haben. Dort entscheiden wir uns heute für einen Fischtopf. Fisch in China zu essen, ist oft nicht einfach. In diesem Fall wurde ein ganzer Fisch in größere Stücke gehackt und in einer leckeren Sauce mit Beilagen gekocht. Geschmacklich sehr gut, aber essenstechnisch für uns fast unmöglich. Der Reis wird in einer großen Schale serviert und der Fischtopf in einem großen Topf auf einer Flamme. Dann füllt man sich selbst auf. Es gibt hier aber meist keine Teller, sondern nur eine kleine Schale (kleiner als meine Müslischale zu Hause, eher eine Dessertschale), in die man sich den Reis einfüllt und dann noch ein Fischstück, welches von der Größe her gar nicht reinpasst, und gegessen wird dann natürlich mit Stäbchen. Irgendwann nehmen wir den Fisch in die Hand und lutschen das Fleisch von der Gräte, immer auf der Hut, keine zu verschlucken. Wir essen, so gut es geht.

 

Wulingyuan China
Blick vom Hotelzimmer

Im Hotelzimmer gibt es dann noch eine Tüte Nüsse und Obst zum Sattwerden.

 

 

 

Tourradar

Sonntag 10.11.2019

Tag: 119 Wulingyuan “Avatar-Gebirge”

 

Nach dem Frühstück buchen wir unser Hotel noch für fünf weitere Nächte und machen uns auf den Weg zum Wulingyuan-
Eingang des Nationalpark.

 

 

Am Ticketschalter ist es leer und so können wir sofort unsere Tickets (250Yuan/Pers.) für den Eintritt in den Nationalpark kaufen. Diese sind vier Tage ab Kauf gültig, leider wird keine Kartenzahlung akzeptiert 😞

 

Zum Glück haben wir genug Bargeld dabei. Beim Betreten des Nationalparks werden das Ticket und der Daumenabdruck gescannt.

 

Vom Platz vor dem Ticketoffice fahren verschiedene Busse, einer zum Nature Park, einer zur Seilbahn und einer zum Elevator (bitte beachten, es gibt verschiedene Einstieg- bzw. Zugangsbereiche). Wir fahren mit dem Bus zunächst ca. 6,5km bis zur Seilbahnstation. Dort angekommen, kaufen wir die Tickets für die Seilbahn (72Yuan/Pers.), mit der wir auf den Tianzi-Berg fahren wollen. Obwohl heute Sonntag ist, gibt es auch hier keine Schlange am Ticketschalter. Die Seilbahn fährt knapp 10 Minuten und so brauchen wir von unserem Hotel bis auf den Tianzi-Berg keine Stunde.

 

Seilbahn Tianzi Mountain

 

 

Wir sind ganz allein in der Gondel. Die Fahrt mit der Seilbahn vermittelt uns einen ersten Eindruck über dieses mächtige Gebirge. Die riesigen Karstberge sind unglaublich. Wir haben so etwas noch nie zuvor gesehen und sind total beeindruckt.
Oben an der Seilbahnstation kann man eine Runde laufen und der Tianzi-Berg bietet einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Gipfel. Von hier aus kann man dann nicht weiterlaufen, man hat aber die Möglichkeit, mit einem der kostenlosen Shuttlebusse von Station zu Station fahren.
Wir fahren mit dem Bus zur ersten Station nach der Seilbahn.

 

Dort gibt es einen MC Donald und wir gönnen uns ein Eis, wandern ein bisschen auf schönen Wanderwegen und holen uns auf dem Rückweg noch Pommes.

 

 

Bei MC Donald beobachten wir, wie sich Chinesen zu ihrem Kaffeebecher mit Plastikdeckel auch noch eine Plastiktüte geben lassen, um ihren Becher transportieren zu können. Muss denn so etwas sein? Im UNESCO-Weltkulturerbe Park!
Wir fahren mit dem Bus weiter, wollen an der nächsten Station aussteigen. Mit dem Aussteigen an den Stationen ist es dann aber nicht so einfach. Die Busse halten nämlich nicht an, obwohl auf englisch gesagt wird, dass man sich zum Aussteigen vorbereiten soll. Man muss sich bemerkbar machen, es gibt aber keine Klingeln im Bus. Wir machen uns durch Rufe bemerkbar, aber der Bus hält trotzdem nicht an. Wir schimpfen und dann lässt der Fahrer uns mitten auf der Straße raus. Offensichtlich steigt fast nie oder nur sehr selten jemand an den Zwischenstationen zum Wandern aus. Meistens sind in den Bussen ganze Reisegruppen, die dann nur an den Hauptattraktionen aussteigen.
Nachdem der Fahrer uns aus dem Bus gelassen hat, müssen wir ein Stück auf der von Bussen stark befahrenen Bergstraße zurücklaufen bis zu der Stelle, wo unsere geplante Wanderung starten soll.

 

Der Wanderweg ist gut ausgeschildert, wir laufen ein paar Meter und sind entsetzt. Hier liegt jede Menge Bauschutt, es sieht aus, als hätte ein Bagger ein paar Häuser plattgemacht. Wir sehen eine ältere Frau, die in einer im Freien stehenden Waschmaschine Wäsche macht. Wir fragen uns, wo die Frau wohnt, denn ein Haus gibt es hier nicht mehr.

 

 

Hat man hier Menschen ihrer Heimat beraubt, weil sie im Nationalpark störten?
Der Weg ist zunächst noch asphaltiert und geht dann in einen grünen Wanderweg über, und zwar so grün, dass wir schon ahnen, dass hier schon sehr lange niemand mehr gelaufen ist. Nachdem wir ein Stück auf dem Weg gelaufen sind, beschließen wir umzukehren.

 

 

Zu gefährlich, denn wir wissen nicht, wie weit man den Weg gehen kann. Ein vergessener Wanderweg, denn die meisten Touristen kommen mit Reisegruppen hierher und haben wohl keine Zeit zum Wandern. Schade…
An der Straße angekommen, halten wir den nächsten Bus an und fahren ins Yangjiajie Scenic Area. Hier wandern wir bei Sonnenschein zu verschiedenen Aussichtsterrassen mit grandiosen Ausblicken auf die Felsen, die teilweise mit üppigen Bäumen bewachsen sind. Plötzlich sitzt ein Affe am Wegesrand.

 

Bewohner der Berge….

 

Wir begrüßen ihn und gehen vorsichtig vorbei. Der Höhepunkt unserer Wanderung, bei der wir vier Kilometer treppauf und treppab laufen, ist der “One step to heaven” (ein Schritt bis zum Himmel). Hier führen zwei nahezu senkrecht stehende Leitern ca. 7 Meter hoch auf eine Aussichtsplattform.

 

 

Der Aufstieg war schon ätzend, aber der erste Schritt des Abstiegs rückwärts war für mich am schlimmsten. Die Überwindung lohnt sich aber in jeden Fall, denn der Blick von oben ist unbeschreiblich. Bis hierhin treffen wir nur ganz wenig Leute, meist sind wir allein unterwegs.

 

Pause …

 

Es geht weiter mit dem Bus zum Yuanjiajie Scenic Area.
Die Berge hier waren die Inspiration für die schwebenden Berge im Blockbuster AVATAR.

 

Avatar

 

Die Berge sind wirklich gigantisch. Hohe Säulen, die aussehen, als hätte man sie künstlich aus vielen Platten aufeinandergestapelt.

 

Gigantisch 👍

 

Hier sind nun auch einige Touristen, meist in Reisegruppen, unterwegs.
Die Sonne geht langsam unter und wir wissen nicht, wann die letzte Seilbahn bzw. der Elevator nach unten fahren. Da aber noch etliche Leute hier oben sind, lassen auch wir uns Zeit und genießen die Aussichten.

 

 


Irgendwann fahren wir mit dem Bus zum Elevator (Aufzug).
Vor uns am Ticketschalter steht der Guide einer Reisegruppe und bietet uns an, die Tickets für den Elevator für uns mitzukaufen. Dadurch bekommen wir noch etwas Rabatt. Wir bedanken uns herzlich.
Zum Elevator führt ein langer durch Zaun begrenzter Weg und man kann sich gut vorstellen, welche Schlangen hier zur Hauptsaison stehen.
Der Bailong Elevator ist ein gläserner Aufzug, der auf der Seite einer riesigen Klippe im Yuanjiajie Scenic Area gebaut wurde, die 335 m hoch ist. Nach seiner Fertigstellung im Jahre 2002 galt der Aufzug als der höchste Vollbelichtungslift der Welt, der höchste Doppeldecker-Sightseeing-Aufzug und der schnellste Personenaufzug mit der größten Kapazität. Damit hat er es auch ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.
Als wir mit dem Aufzug nach unten fahren, ist es bereits dunkel. Wir sehen nicht, wie der Aufzug sich am Berg herunterschiebt. Vielleicht fahren wir in den nächsten Tagen noch einmal.

 

Der Mond geht auf ….

 

Unten angekommen nehmen wir den Shuttlebus und fahren bis zu unserer Startstation am Wulingyuan-Eingang.
Es war ein wirklich beeindruckender Tag, an dem wir voll auf unsere Kosten gekommen sind. Die Ausblicke, die wir genießen durften, haben uns für den Ärger mit dem Bus und dem vergessenen Wanderweg mehrfach entschädigt.
Aber eines möchten wir an dieser Stelle noch betonen: Wir würden nach jetzigem Kenntnisstand niemals im Sommer hierher reisen, denn dann muss man lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Überall gibt es Zäune, die die Warteschlangen der Menschen in Schach halten sollen. Am Elevator waren die Zäune so weitläufig aufgestellt, dass man das Ende gar nicht sehen konnte. Wir konnten die Zäune ohne Schlange passieren und der Weg hindurch war unendlich lang.
Ich habe im Internet von Wartezeiten am Elevator und an den Seilbahnen von bis zu 3-4 Stunden gelesen. Hilfe!!!

 

Samstag 09.11.2019

Tag: 118 Ankunft in Zhangjiajie  “Avatar-Gebirge”

 

Als wir am Morgen aus dem Zugfenster schauen, sehen wir wunderschöne Landschaften mit Bergen und kleinen Flüssen. Wie fahren durch viele viele Tunnel.

 

Bahnhof Zhangjiajie

 

Mit etwas Verspätung erreichen wir Zhangjiajie um 8:25 Uhr.
Zhangjiajie ist eine Bergstadt in Zentralchina, inmitten einer Sandstein- und Karstwelt.

 

Unser Ziel – die Avatar Berge 😏

 

Zhangjiajie wird vom Tourismus immer weiter erschlossen. Zhangjiajie ist seit 1992 auf der UNESCO Weltnaturerbe-Liste.

 

 


Wir verlassen den Bahnhof und suchen den Bus nach Wulingyuan, welches in Zhangjiajie liegt. In der Touristeninformation hinter dem Bahnhof erklärt uns der Mitarbeiter in bestem Englisch, wo der Busbahnhof ist und dass wir im Bus die Tickets kaufen können. Den Busbahnhof finden wir schnell, den Bus leider nicht. Es stehen hier geschätzt 100 Busse und Minibusse, bei allen steht auch vorne auf der Anzeige das Reiseziel, aber leider auf chinesisch.

 

 

Wir laufen über den Busbahnhof, fragen mehrmals verschiedene Leute und nachdem wir über den ganzen Busparkplatz und wieder zurück gegangen sind, finden wir den Bus. Die Kassiererin zeigt Thomas die chinesische Anzeige des Busses, sie will wohl sagen, da steht doch dran, wo wir hinfahren. Ok, vielen Dank auch. Jetzt sehen wir auch, dass an der Wand wo der Bus steht, in unserer Schrift das Ziel steht, aber so unscheinbar, dass man es erst sieht, wenn man am richtigen Bus steht. Wir steigen ein, bezahlen 13 Yuan (1,65 €) pro Person und fahren ca. 40 min bis nach Wulingyuan. Dort hält der Bus im Zentrum und wir nehmen uns ein Taxi bis zu unserem Hotel, welches nur fünf Autominuten entfernt ist.

 

Unser Hotel in Wulingyuan

 

Hätte man auch laufen können, aber wir sind faul und Taxifahrten sind hier supergünstig. Für eine Stadtfahrt zählt man pauschal 9 Yuan (1,15€). Wir wissen nicht, wieviel Kilometer man dafür fahren kann, aber auf jedenfall ganz schön weit.
Das Hotel, welches wir kurz vor 10:00 Uhr morgens erreichen, liegt am Fluss und hier scheint es recht ruhig zu seien. Wir dürfen sogar schon einchecken und da wir nur für eine Nacht gebucht haben, fragen wir, ob es möglich ist ein paar Tage bleiben zu können. Außerdem fragen wir nach einem Zimmer mit Balkon. Wir haben erstmal das preiswerte Zimmer für eine Nacht gebucht, da wir uns das Hotel und die Umgebung erst anschauen wollten.
Die Dame an der Rezeption gibt uns ein kostenloses Upgrade auf ein Balkonzimmer. Das Zimmer ist groß, komfortabel eingerichtet, der Balkon ist mit Badewanne.
Wir machen uns erstmal frisch, waschen Wäsche und ruhen uns aus.
Am Nachmittag erkunden wir die Gegend, halten Ausschau nach dem Eingang zum Nationalpark. Dieser befindet sich nur 10 Gehminuten von unserem Hotel entfernt. Wir wollen ein Ticket für morgen kaufen, das ist heute aber noch nicht möglich. Wir laufen durch die Stadt, die uns sehr gut gefällt. Es gibt viele kleine Hotel umd einige Restaurants. Wir gehen Tee trinken und Kuchen essen.
Als wir später ein Restaurant suchen, sehen wir wieder tanzende Leute auf der Uferpromenade des Flusses. Es sind schätzungsweise 70 – 80 Frauen und auch ein paar Männer, die zu moderner und traditioneller Musik nach einer Choreographie tanzen, einfach toll.

 

Freitag 08.11.2019

Tag: 117 Longsheng – Guilin – Zugfahrt

 

Die Nacht war kalt, selbst im Hotelzimmer waren nur 12 Grad, Heizungen gibt es nicht.
Nach einer Nudelsuppe zum Frühstück checken wir im Hotel aus und laufen um 10:00 Uhr los in Richtung Seilbahn.

 

Longsheng Reisterrassen China November

 

Rice Terrasse China Longsheng

 

Der Weg führt uns zwischen den Reisterrassen hindurch und wir haben eine tolle Aussicht. Zunächst ist der Weg auch einfach, aber dann verlaufen wir uns kurz.

 

Wir fragen zwei einheimische Frauen nach dem Weg und sie zeigen uns, wo es langgeht.

 

Tiantouzhai - Weg zur Seilbahn in Longsheng bei Guilin - China

 

Die Seilbahn ist überhaupt nicht ausgeschildert und erschwerend hinzu kommt, dass der Ort Tiantouzhai mehrere Ortsteile hat, die aber alle denselben Namen haben.

 

Longsheng, Tiantouzhai, China

 

Abgebrannte Felder nach dem Reisschnitt , Tiantouzhai

 

Bahnhof Liuzhou, China

 

Wenn man also den Schildern folgt, weiß man nicht, wo man ankommt.
Wir nehmen also den Weg, den die Frauen uns gezeigt haben und dieser führt über teilweise sehr hohe Stufen steil nach oben. Eine uralte, sehr kleine Frau lädt uns unter einer Überdachung ein, auf der Bank kurz Pause zu machen. Thomas fragt sie auf deutsch nach der Seilbahn und sie antwortet auf chinesisch. Ich mache heimlich ein Video von der Unterhaltung. Die Oma ist echt süß. Ich frage sie, ob wir ein Foto von und mit ihr machen dürfen und freudig bejaht sie. Gleichzeitig hält sie lachend fünf Finger hoch und meint damit fünf Yuan (ca 0,65 €). Geschäftstüchtig ist diese kleine Person und wir kommen ebenfalls lachend ins Geschäft. Für fünf Yuan darf ich sogar noch ihre Jacke anziehen und dann machen wir Fotos. Thomas fragt sie noch, ob sie schon immer hier gelebt hat (mit Übersetzer-App) und sie bejaht. Auf die Frage nach ihrem Alter winkt sie schmunzelnd ab. Dann verabschieden wir uns und gehen weiter.
Nachdem wir die Seilbahn gefunden haben, sehen wir uns an der Station um, hier sind wieder die Einheimischen, meist Frauen, die etwas verkaufen.Zwei Frauen sitzen und besticken aufwendige traditionelle Kleider. Es gibt ein Touristenhotel, in welchem wir noch Nudelpfanne essen. Glücklerweise sitzen wir draußen, denn jetzt kommt lautstark wie immer eine chinesische Reisegruppe.
Bis zur Seilbahn sind wir jetzt 2,6 km gelaufen, 221 m hoch und 116 m runter. Die Seilbahn fährt ca. 20 min und wir können bei sonnigem Wetter weit über das Gebirge mit den schönen Reisterrassen blicken. Unten in Dazhai wartet bereits unser Fahrer. Wir sind 10 min zu spät und er hat bereits 10mal angerufen und eine SMS geschickt. Seine Frau und ein Freund sitzen auch noch im Minibus und machen uns mit ihrer lauten Unterhaltung irgendwann fast irre. Er fährt uns zum Hotel in Guilin, wo wir unsere Rucksäcke holen müssen. Da wir schon um 15:30 Uhr im Hotel sind, entschließen wir uns, nicht gleich zum Bahnhof zu fahren, sondern im Hotel noch eine kleine Pause bei Tee und Kuchen einzulegen. Wir können uns dort noch etwas frisch machen und unsere Sachen für den Zug noch umpacken. Um 17:00 Uhr holt der Fahrer uns wieder ab und bringt uns zum Bahnhof Nord in Guilin. Wir holen unsere zuvor online gekauften Tickets ab, kaufen uns noch etwas Reiseverpflegung und nach einer kurzen Zeit in der Wartehalle fahren wir um 18:58 Uhr pünktlich los. Nach einer guten Stunde müssen wir in Liuzhou in den Zug nach Zhangjiajie umsteigen. Wir haben in Liuzhou 45 min Aufenthalt, den brauchen wir aber auch für den Zugwechsel, da wir wieder durch die Gepäckkontrolle müssen.

 

 

Letztendlich fahren wir im Schlafabteil, welches wir uns mit einer Frau mit einem Kleinkind teilen.

 

Donnerstag 07.11.2019

Tag: 116 Longsheng Reisterrassen

 

 

Wir erleben von unserem Balkon aus einen fantastischen Sonnenaufgang.

 

Die Sonne steigt hinter dem Berg empor, der noch im Nebel liegt.

 

Wanderung Longsheng Rice Terrassen
Wanderung von Ping’an nach Tiantouzhai

 

Herrlich, die Sonne wärmt uns, denn die nächtliche Temperatur lag bei ca. 14 Grad Celsius.
Auf der Terrasse des Hotelrestaurants frühstücken wir, es gibt Nudelpfanne mit Ei und Tomate und Tee.
Anschließend packen wir unsere Sachen, checken im Hotel aus und wandern kurz vor 10:00 Uhr los.

 

Unser Ziel ist heute Tiantouzhai Village. Auch dieses Dorf ist bekannt für seine Reisterrassen. Wir haben wieder kein Hotel gebucht, wollen vor Ort auswählen.
Der Weg führt uns an den Reisterrassen vorbei. Die Terrassen sehen aus, als hätte man einen Baumstamm in Scheiben geschnitten und die Scheiben übereinandergelegt, die kleinen auf die großen.

 

 

 


Als wir an einem See vorbeikommen, können wir sehen, wie einem Mann gerade sein Plastikfloß davonschwimmt. Er hat Glück, der See ist nicht so groß und so kommt das Boot seitlich am Ufer an und er kann es wieder an Land ziehen.

 

Der Weg führt durch einen schönen Wald bis zum High Shore Flower, einem Gebiet mit Terrassenfeldern, auf denen aber nichts angebaut ist. Hier sehen wir viele kleine Pavillons weitläufig verteilt und haben keine Ahnung, wozu die da sind. An einer Terrasse weiter oben sehen wir zwei Leute, die irgend etwas sprühen, vielleicht Gift gegen das Unkraut? Ansonsten ist hier niemand. Es sieht aus, wie ein riesiger Festplatz.

 

 

Dann finden wir Steine, die aussehen wie Grabsteine, sicherlich schon sehr alt. Wir haben keine Erklärung, es ist schon ein bisschen mysteriös.
Der Weg geht weiter durch den Wald, mal auf- und mal abwärts und wir haben auch kurz das Gefühl, dass wir uns verlaufen haben.
Als wir das nächste Dorf sehen, wissen wir, dass wir richtig sind. Schon vor dem Eingang des Dorfes Zhongliu treffen wir zwei Frauen, bei denen wir Wasser kaufen. Sie bieten uns auch andere Sachen an wie z. B. Schmuck. Die eine fragt uns, ob wir Mittag essen wollen. Wahrscheinlich hätte sie uns mit ins Dorf genommen und für uns gekocht. Wir lehnen dankend ab, müssen weiter.
Im Dorf angekommen sehen wir ein paar Frauen mit noch mehr Kindern. Die Zeit scheint hier still zu stehen, die Leute haben scheinbar nichts zu tun.

 

 

Eine ältere Frau möchte uns für 10 Yuan ihre langen Haare zeigen. Wir lassen uns darauf ein, schließlich sind sie mit der Haarlänge ins Guinness-Buch der Rekorde gekommen.

 

 

 


Sie löst ihren Haarknoten, wickelt ihn auseinander, erklärt uns, dass die Haare abgeschnitten wurden. Tatsächlich hat sie noch lange Haare, die jetzt schon sehr dünn sind und die sie mit ihrem abgeschnittenen langen Zopf zusammengebunden hat. Der abgeschnittene Zopf ist wirklich lang und dick, wunderschönes Haar. Auf Nachfrage mit Übersetzer erzählt sie uns, dass der Zopf abgeschnitten würde, als sie 18 Jahre alt war. Wir machen Videos und Fotos, sie freut sich und wir natürlich auch.
Es geht für uns weiter auf der einzigen Straße des Dorfes, beidseitig gibt es fast nur Baustellen. Entweder sind es Neubauten oder es wird angebaut, manche Häuser wirken wie Bauruinen.

 

 

 

Wir sehen kaum Leute und schon gar keine Touristen.
Der Weg führt leider auf der Straße weiter bis zu unserem Ziel Tiantouzhai. Die Aussicht ist zwar sehr schön, aber einen richtigen Wanderweg gibt es nicht. Vielleicht haben wir ihn auch nicht gefunden, obwohl wir immer nach den Ausschilderungen gelaufen sind.
Tiantouzhai ist ähnlich wir Ping’an, nur ist hier noch weniger los ist. Es gibt eigentlich keine Geschäfte, außer mal einen kleine Minimarkt.

 

Wenn man ein Hotel gebucht hat, kann man nur hoffen, dass man es findet. Auch dieses Dorf kann man nur zu Fuß durchqueren. Alles ist sehr unübersichtlich, Straßennamen gibt es nicht, jedenfalls für uns nicht ersichtlich. Und es gibt nur noch sehr wenige Touristen hier.
Wir trinken in einer kleinen Bar eine Kanne Tee mit Blick auf die Reisterrassen. Das tut gut nach dem Fußmarsch. Am Ende setzt die junge Verkäuferin uns einen Strohhut auf den Kopf und macht Fotos von uns. Wir müssen weiter.
Die Suche nach einem Hotel gestaltet sich schwierig, nichts entspricht unseren Vorstellungen. Jetzt sehen wir eins, fragen nach, lassen uns das Zimmer zeigen. Das Zimmer ist ok, der Ausblick sehr schön, das Bad akzeptabel, und der Preis ist auch in Ordnung. Als wir nach Frühstück fragen, sagt der junge Mann, dass es das nicht gibt. Vielleicht hat er gemeint, dass es nicht im Preis mit drin ist. Oder gibt es gar kein Frühstück? Ok, dann gehen wir wieder. Eine junge Frau kommt hinterher, lächelt und macht uns klar, dass wir das Zimmer für den vereinbarten Preis bekommen und zwar mit Frühstück. Also bleiben wir.
Bevor es dunkel wird, machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch die engen Gassen. Manchmal denkt man, es geht nicht weiter, aber dann ist doch wieder ein Weg da.
Es liegt viel Baumschutt rum. Alles in allem muss man sagen, dass wir von den Dörfern andere Vorstellungen hatten.
Unser Abendessen nehmen wir im Hotel ein, in dem außer uns nur noch ein anderes Pärchen wohnt.
Wir sind heute von Ping’an nach Tiantouzhai 11 km in 5 Stunden gelaufen, 400 hm auf- und 400 hm abwärts. Auf der ganzen Strecke haben wir keinen einzigen Touristen getroffen. Die Landschaft und insbesondere die Reisterrassen sind wirklich sehenswert, aber der Weg auf der Straße ist nicht so toll. Heute waren nur ganz wenige Autos unterwegs, aber im Sommer würde ich hier nicht wandern wollen.

 

Mittwoch 06.11.2019

Tag: 115 Guilin -Longsheng Reisterrassen

 

Wegbeschreibung Guilin - Longsheng
Wegbeschreibung zu den Reisterrassen bei Longsheng

 

Es klappt tatsächlich…
Der Mann, der uns vorgestern vor dem Busbahnhof angesprochen hat und mit dem wir uns heute für 8:30 Uhr verabredet haben, steht bereits um 8:00 Uhr vorm Hotel und ruft uns an. Wir sind gerade beim Frühstück, Thomas geht zu ihm raus und sagt ihm, dass wir noch eine halbe Stunde benötigen.
Wir packen die restlichen Sachen zusammen, lagern unser großes Gepäck im Hotel ein und fahren pünktlich 8:30 Uhr mit kleinem Gepäck los.
Es dauert eine Zeit, bis wir die Stadt durchquert haben, es folgt eine Gegend mit hübschen kleineren Häusern und Gärten. Die Landschaft ist sehr grün, es gibt viele Bäume, auch Palmen und an der Straße sehen wir immer wieder Obststände, vor allem Pomelos werden verkauft.

 

 


Es fängt an zu regnen, na toll, da hatten wir wohl die falsche Wetter-App.
Unser Fahrer hält plötzlich an, bittet Thomas auf den Beifahrersitz und sagt ihm, er kann ein Video machen. Ein Video? Wovon? Von der Straße? Er macht es uns vor. Die chinesische Musik im Auto lauter drehen und dann das Video während der Fahrt aufnehmen. Ok, Thomas macht das auch. Ich sitze hinter ihm und kann auf der Kamera sehen, dass er nach kurzer Zeit die Aufnahmetaste ausschaltet, und nur so tut, als ob er ein Video macht, dem Fahrer zu Liebe.
Ich platze fast, weil ich lachen muss.
Der Fahrer freut sich, zeigt uns zweimal hintereinander sein Video mit der eingespielten Musik. Wir versuchen auch uns zu freuen, wissen aber nicht so richtig worüber.
Nach zwei Stunden erreichen wir in Heping den Eingang zu den Reisterrassen. Unser Fahrer geht mit Thomas in das Ticketoffice, um Tickets für den Eintritt zu den Reisterrassen zu kaufen. Dann sagt er irgendwas wie “Bus” und “40 Yuan per Person”. Jetzt verstehen wir erst, dass wir noch mit dem Bus fahren müssen, 23 km, zum Laufen ist es zu weit. Am Ende nehmen wir nicht den Bus, sondern er fährt uns für den gleichen Preis bis nach Ping’an. Unterwegs sehen wir schon die ersten Reisterrassen und sind beeindruckt.
Kurz bevor wir das Dorf Huangluo erreichen, stoppt der Fahrer und fordert Thomas auf, ein Foto zu machen. Thomas tut ihm den Gefallen, obwohl die Sicht bei dem Wetter sehr schlecht ist.
Wir kommen nach Huangluo. Hier sind die meisten Einwohner chinesische Minderheiten. Die Frauen dieser Minderheiten sind Stolz auf ihre Haarpracht, deren Länge im Durchschnitt 1,60 m misst. Damit haben Sie es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Es ist Tradition, dass sich die Frauen die Haare nicht schneiden und manche haben Haare, die bis zu den Füßen reichen und die sie um den Kopf herum zu einer Frisur flechten. In einer Show für Touristen lösen sie diese und zeigen die Länge. Unser Fahrer fragt uns, ob wir die Show sehen wollen, aber es sind wieder einige chinesische Reisegruppen dort zu erwarten und deshalb verzichten wir. Nach ein paar weiteren Kilometern erreichen wir Ping’an und die Fahrt ist zu Ende, von hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Zum Glück hat der Regen aufgehört. Wir verabreden uns mit unserem Fahrer für übermorgen zur Abholung zwischen 13:00 und 14:00 Uhr in Dazhai auf dem Parkplatz. Im Nachhinein sind wir froh, dass wir unseren eigenen Fahrer haben, denn mit dem Bus ist es schon sehr schwierig, hierher zu kommen.

 

Dann wandern wir los.

 

 

Wir laufen durch Ping’an und es wirkt so authentisch. Überall gibt es kleine Shops und Restaurants und wir sehen viele Frauen mit ihren hochgesteckten Haaren und einer eigenartigen Kopfbedeckung.

 

Ping’an im November

 

Wir grüßen freundlich und werden ebenso freundlich begrüßt. Wir kommen vorbei an einem Silberschmied und an einer sehr alten Frau, die kleine Besen bindet. Eine andere Frau bereitet in einem Grill Süsskartoffeln zu, während wir gerade unser Brot im Gehen essen. Neben der Frau sitzt eine alte zahnlose Omi. Die schaut auf unser Brot und Thomas gibt ihr auch etwas von dem weichen Brot. Es sieht aus, als ob sie nicht weiß, was sie damit machen soll. Thomas zeigt ihr, dass man das Brot essen kann, sie knetet es ein bisschen. Wir gehen weiter, wissen nicht, ob sie es noch gegessen hat.
Im Dorf gibt es viele Hotels, von denen einige unbewohnt wirken. Es ist das erste Mal auf unserer Reise, dass wir kein Hotel im Voraus gebucht haben. Sonst buchen wir immer kurz vorher wenigstens für ein oder zwei Nächte, um nicht bei der Ankunft suchen zu müssen.

 

Alle packen mit an …

 

Heute haben wir aber nur einen kleinen Tagesrucksack und wollen einfach wandern und wenn wir ein schönes Hotel sehen, bleiben wir dort. Wir hätten gern eins mit einem schönen Blick auf die Reisterrassen. Hier im Dorf finden wir zunächst eines, welches in Frage käme, das Seven Star Hotel, weil am höchsten liegt. Das merken wir uns mal vor.
An dieser Stelle ein kleiner Hinweis an alle, die hier mal herfahren:
Die Bilder der Hotels im Internet sind häufig nicht richtig. Man verspricht den Blick auf die Terrassen, den es von den Hotels aus einfach nicht gibt. Wir haben uns einige Hotels im Internet vorher mal angeschaut und waren echt überrascht, wie diese in der Realität aussehen. Den versprochenen Ausblick gibt es nicht.
Man kann dort sicherlich mal übernachten, aber mit dem Ausblick ist das so eine Sache.
Das Dorf Ping’an hat keine Straße, man kann es nur zu Fuß begehen. Uns fällt auf, dass hier viele Hotels in die Jahre gekommen sind. Außerdem wird viel gebaut. Als Deutscher muss man seine Erwartungen schon ganz schön flach halten.
Wir wandern also weiter, durch die Terrassen auf betonierten Wegen. Die Reisfelder sind leider schon abgeerntet, wir sind zwei Wochen zu spät. Dennoch ist das Ausmaß der Felder überwältigend und ich kann mir gut vorstellen, wie schön es aussieht, wenn die Felder grün in der Sonne leuchten und mit Wasser gefüllt sind. Der Vorteil jetzt ist, es sind nicht so viele Touristen hier. Ab und an mal eine Reisegruppe, die uns schnell überholt. Die meisten machen nur einen Tagesausflug, haben wenig Zeit und übernachten nicht im Dorf. Die zahlreichen Hotels sind zu dieser Jahreszeit fast alle leer.

 

Die Reisterrassen im November

 

So genießen wir die Wanderung durch die Terrassen, es geht bergauf und -ab. Auf der anderen Seite des Dorfes finden wir ein ansprechendes Hotel, von welchem man auf die Berge aber leider nicht auf die Terrassen schaut. Wir laufen über einen schönen Weg zurück bis zum Seven Star Hotel. In der Lobby ist niemand. Thomas passt draußen auf die Rucksäcke auf und ich mache mich auf die Suche. Irgendjemand muss bei offener Tür doch hier sein. Ich gehe die Treppe nach unten und rufe und dann steht plötzlich eine Frau neben mir. Ich erkläre ihr mit Händen und Füßen, dass wir hier übernachten wollen. Thomas nutzt den Übersetzer. Die Frau telefoniert, sagt uns einen Preis, wir versuchen runterzuhandeln, lassen uns ein Zimmer zeigen. Wir wollen aber ein anderes mit besserem Blick. Am Ende einigen wir uns preislich und haben ein Zimmer mit Frühstück und dem tollsten Blick des ganzen Dorfes auf die Reisterrassen. Wir nutzen unsere Terrasse auch gleich für eine Pause, trinken Tee und essen etwas von unserem mitgebrachten Trockenfleisch, Brot, getrocknete Süsskartoffeln und Früchte.

 

Auf unserem Balkon

 

Gegen 18:00 Uhr gehen wir noch mal hinunter ins Dorf. Vorher fragen wir im Hotel, welches ca. 25 Zimmer hat, ob die Eingangstür später noch offen ist. Wir sind nämlich die einzigen Gäste hier. Der Mann, der wahrscheinlich der Nachtwächter ist, zeigt uns, dass die Tür auf ist. So machen wir noch einen Rundgang durchs Dorf und essen in einem Restaurant, in dem wir ebenfalls die einzigen Gäste sind. Wir sitzen draußen, bestellen Gemüsegerichte und Bambusreis. Der Reis wird dabei mit verschiedenen Zutaten in einem Babusrohr über Feuer gegart. Schmeckt alles sehr gut. Dazu gibt es einen Snakewein (Schlangenwein). Der ist hausgemacht und wird in kleinen Bechern ca. 40 g serviert. Diese Weine sind hochprozentig, eigentlich Schnäpse. Erst als wir gehen, sehe ich das große Glas, aus dem der Wein entnommen wurde. Und in dem Glas liegt auf dem Boden tatsächlich eine tote Schlange, diese soll das Aroma geben. Wir fragen die Frau, ob die Schlange echt ist und sie schaut uns ganz verdutzt an. Natürlich ist die echt, was sonst. Mir wird augenblicklich schlecht. Ich versuche mir einzureden: Andere Länder, andere Sitten. Man muss ja wenigstens mal probieren und geschmeckt hat er ja, der Schlangenwein.
Im Dunkeln haben wir mit unserer Taschenlampe einige
Stufen bis zu unserem Hotel zu bewältigen. Unterwegs spricht uns vor einem Hotel noch ein junger Mann an und erzählt uns, dass bei ihm in der Bar heute Abend noch Karaoke stattfindet. Er zeigt uns Videos aus den vergangenen Tagen und will uns gar nicht gehen lassen. Karaoke hat uns gerade noch gefehlt. Nichts wie weg hier. Etwas später sitzen wir auf unserer Terrasse und sehen ab und zu Taschenlampen, die durch die Reisterrassen streifen.
Und noch etwas später hören wir in sicherer Entfernung die Karaoke-Show.

 

Dienstag 05.11.2019

Tag: 114 Guilin

 

Wir gehen am Vormittag in den Seven Star Park in Guilin.
Er befindet sich nur etwa 1,5 km von unserem Hotel entfernt am Ostufer des Li-Flusses.
Nachdem wir die Tickets gekauft haben, betreten wir den Park und hören von weitem Musik.

 

 

Wir sehen verschiedene Gruppen von Menschen. Die einen singen zu der Musik, die aus ihrem sich überschreienden Lautsprecher ertönt. Eine andere Gruppe spielt auf verschiedenen Musikinstrumenten und ein Mann und danach eine Frau singen dazu ins Mikrofon. Man hat den Eindruck, dass sich alle zufällig getroffen haben. Wer Lust hat, reiht sich ein und singt, wenn er dran ist.

 

Wir gehen weiter und sehen eine Gruppe tanzender Frauen. Zu traditioneller chinesischer Musik bewegen sich die meist schon etwas älteren Damen zu einer Choreographie. Eine der tanzenden Damen hat ein schlafenden Kleinkind auf dem Rücken – ein schönes Bild. Im Internet habe ich gelesen, dass sich auch hier, so wie überall in China, die Leute treffen, um zu singen, zu tanzen, Gymnastik zu machen. Ich finde das so faszinierend. Vor unserem Hotel und entlang der Uferpromenade gibt es Sportplätze für Erwachsene mit tollen Fitnissgeräten, an denen immer Leute zu treffen sind.
So spazieren wir durch den Park und sind einmal mehr tief beeindruckt von der chinesischen Kultur.

 

Wir erreichen die Seven Star Cave, die man nur im Rahmen einer Führung besichtigen darf. Kurz nachdem wir ankommen, beginnt die nächste Führung in chinesischer Sprache, und selbstverständlich mit Mikrofon, eine englische Übersetzung oder einen Audioguide gibt es nicht. Die Dame mir dem Mikrofon spricht aber angenehm leise und so fliegen uns zur Abwechslung mal nicht die Ohren weg.

 

Seven Star Höhle

 

Die Höhle ist groß und beeindruckend und wir sind ca. 45 min unterwegs. Ganz so wie es die Chinesen lieben, werden die Gesteinsformationen, von denen viele wie Tiere aussehen, bunt angeleuchtet. Ein bisschen kitschig ist das schon, aber wir genießen den Rundgang in der relativ kleinen Gruppe.
Am Ausgang der Höhle kommen wir zu einem Rastplatz, hier sitzen einige Leute beim Picknick und ein Affe kaut ebenfalls genüsslich.

 

 

Hier im Park soll es überall wilde Affen geben, die mit Vorsicht zu genießen sind. Da sie an Menschen gewöhnt sind, verhalten sie sich manchmal wohl ganz schön frech und greifen auch Menschen an. Ich gehe auf Abstand und Thomas macht Fotos umd Videos.

 

 


Der Spaziergang führt uns an einem Kletterpark vorbei und wir blicken auf eine der Hauptattraktionen des Parks, den Camel Hill (Kamelhügel). Der Hügel sieht wirklich aus wie ein Kamel. Davor befinden sich viele Palmen, Bonsais und exotische Gewächse. Außerdem gibt es einen kleinen See, in dem sich die Pflanzen spiegeln.

 

Kamelfelsen

 

Unser Weg führt uns weiter zu einem Berg, an dem es auf steilen Stufen nach oben geht. Es sind nur sehr wenige Leute hier unterwegs. Wir erreichen ein Plateau und kommen von dort in einen Wald. Hier sehen wir zwei weitere wilde Affen, die auf einem Felsen liegen. Der eine holt dem anderen das Ungeziefer aus dem Fell und nascht es dann gleich weg. Wir gehen bis auf ca. drei Meter heran, die beiden beobachten uns.
Anschließend kommen wir zu einem Tempel mit alten Grabkammern und danach geht es noch ein Stück steil nach oben zum Seven Star Pavillon. Von hier können wir bei schönem Wetter auf Guilin und die Berge schauen.

 

Wir machen eine Pause, gehen dann wieder hinunter, und schlendern in Richtung Ausgang.
Jetzt müssen wir einen Geldautomaten finden, einen ATM. Es gibt hier nicht so viele, und so müssen wir noch ca. zwei Kilometer laufen. An diesem Automaten waren wir schon einmal bei unserer Anreise. Wir benötigen für unseren Ausflug zu den Reisterrassen Bargeld, denn dort ist in vielen Hotels keine Kartenzahlung möglich und Automaten gibt es nicht. Nachdem wir unser Geld haben, fahren wir mit dem Taxi zum Hotel.

 

Wir verbringen noch ein bisschen Zeit auf der Dachterrasse unseres Hotels und dann packen wir unsere Rucksäcke.
Wir werden unser “großes” Gepäck in unserem jetzigen Hotel lassen und nur einen kleinen Rucksack zu den Reisterrassen mitnehmen.
Wenn wir nach Guilin zurückkehren, holen wir das Gepäck hier wieder ab und reisen weiter.
Am Abend gehen wir noch einmal in das Restaurant von gestern und wollen die Spezialität des Hauses probieren.
Dabei gart man selbst Zutaten in einem Topf auf dem Tisch ähnlich wie bei einem Fondue, nur nicht in Öl sondern in Brühe. Man kann die verschiedenen Zutaten selbst zusammenstellen. Wir entscheiden uns für hauchdünn geschnittenen Fisch, der nur 3 Sekunden in die Brühe gehalten wird, dazu gibt es Pilze, Kartoffeln, Kohl, alles wird in einem Topf gegart. Der Fisch schmeckt ähnlich wie Dorsch und kommt ganz frisch aus einem Becken vor dem Restaurant, in dem die Fische schwimmen.
Im Restaurant daneben ist ein Alligator in einem Glasbehälter, in den es gerade so reinpasst. Das Maul wurde ihm mit Tesaband zugeklebt. Es tut uns so leid, am liebsten würden wir es kaufen und freilassen. Wahrscheinlich kann man das im Restaurant bestellen und essen. Ich würde keinen bissen runterbekommen. Bei unserem Fisch wusste ich nicht, dass der vorher dort in den Becken war.
Die Tatsache, dass man Alligator ist, finde ich auch nicht schlimm, wir essen auch Tiere. Aber es lebend einzusperren in einen Behälter, in dem es sich noch nicht einmal ausstrecken kann und dann noch das Maul zukleben?

 

Montag 04.11.2019

Tag: 113 Guilin

 

Nach dem Frühstück erkundigt sich Thomas an der Rezeption des Hotels nach einem Frisör. Nach einigem hin und her der Erklärung, wo sich der Frisör befindet, bietet uns die nette Dame an, Thomas hinzubringen. Beim Friseur verhandelt sie auch gleich noch den Preis und fragt Thomas, ob er alleine zum Hotel findet. Eine gute halbe Stunde kommt mein Thomas chic und frisch frisiert zurück zum Hotel.
Danach nehmen wir uns ein Taxi und fahren zum Hauptbahnhof von Guilin. Wir wollen schauen, ob und wie wir von hier in den Zhangjiajie Nationalpark reisen können. Der Nationalpark ist unser übernächstes Ziel.
Anschließend suchen wir den Busbahnhof, von welchem wir übermorgen nach Longsheng zu den Reisterrassen fahren wollen. Nach einigem Suchen finden wir den Busbahnhof und werden davor angesprochen. Ein Mann will uns mit seinem Minibus irgendwo hinbringen. Wir lehnen dankend ab, erzählen aber, dass wir zu den Reisterrassen wollen. Er möchte uns hinfahren und wir einigen uns auf einen Preis. Jetzt müssen wir noch erklären, dass wir nicht heute sondern erst übermorgen fahren wollen, dass hat er noch nicht verstanden. Wir tauschen die Telefonnummern aus und verabreden uns für Mittwoch um 8:30 Uhr zur Abholung in unserem Hotel. Bin gespannt, ob das klappt.
Danach laufen wir zu einem Nebenkanal des Li-Flusses und fahren spontan mit einem Floß ca. 20 Minuten zum Elefantenrüsselfelsen.

 

 

Es ist ein bisschen wie in Venedig, nur, dass wir die einzigen auf dem Wasser sind.

 

 


Wieder an Land kaufen wir Eintrittskarten und betreten einen schönen Park. Hier herrschen Elefanten vor, egal wohin man schaut. Bäume und Sträucher sind in Elefantenform gestutzt, es gibt Elefanten aus Stein und im Souvenirläden natürlich als Kuscheltier. Der Park macht seinem Namen alle Ehren.

 

 


Es gibt auch ein Postoffice, in dem man allerlei Souvenirs kaufen kann. Wir entschließen uns spontan, ein paar Postkarten zu kaufen, die wir dann auch gleich dort schreiben und in den, wie kann es anders sein, Briefkasten in Form eines Elefanten stecken.

 

Dann gehen wir ans Flussufer, von welchem man einen schönen Blick auf den Elefantenrüsselfelsen hat. Er erinnert aus dieser Entfernung tatsächlich an einen trinkenden Elefanten. Viele Leute machen hier Fotos, wir natürlich auch.

 

 

Langsam schlendern wir weiter, vorbei an gepflegten Blumenbeeten bis wir den Elefantenrüsselberg erreicht haben. Die Steintreppe nach oben ist sehr steil und die Stufen unregelmäßig. Unterwegs gibt es Aussichtsplattformen und wir kommen in eine Höhle, die Elefantenaugenhöhle. Die Höhle befindet sich dort, wo das Auge des Elefanten wäre, daher der Name.

 

 

Oben angekommen genießen wir den schönen Ausblick auf Guilin. Wir suchen uns eine Bank für ein kleines Picknick und gehen wieder nach unten.
Wir besichtigen noch den kleinen Tempel, der sich im Park befindet und fahren mit dem Taxi bis in die Nähe unseres Hotels. Dort kaufen wir noch etwas Obst und gehen das letzte Stück zu Fuß.
Das Hotel hat eine Waschmaschine, die wir jetzt noch einmal nutzen, um unsere Wäsche zu waschen.
Von der Dachterrasse unseres Hotels können wir den Sonnenuntergang beobachten. Die Sonne versinkt hinter den Bergen, ein tolles Bild.

 

 


Am Abend gehen wir auf Empfehlung einer Hotelangestellten in ein nahe gelegenes Restaurant. Sie malt uns die chinesischen Schriftzeichen des Restaurantnamens auf und wir finden es.
Leider gibt es zu den Bildern auf der Speisekarte keine englische Bezeichnung.
Die Bedienung geht zum Nebentisch und dann kommt eine junge Frau, die hier ebenfalls Gast ist, zu uns und übersetzt auf Englisch.
Sie empfiehlt uns noch einige traditionelle kleine Speisen und wir bestellen und probieren. Das Essen ist wirklich lecker. Die junge Frau stellt sich neben unseren Tisch und erzählt die ganze Zeit mit uns. Sie ist Master-Studentin an der Universität. Plötzlich muss sie los und verschwindet mit ihren Freunden.

 

Es gibt hier im Restaurant auch lebende Alligatoren 😣 – eigentlich möchten wir das Exemplar ( ca. 1.20m) aus dem Terrarium kaufen und freilassen.

 

Sonntag 03.11.2019

Tag: 112 Guilin

 

Um 8:30 Uhr holt uns der Fahrer, welcher uns vorgestern vom Bahnhof zum Hotel gebracht, ab. Wir wollen heute mit ihm eine Tour mit verschiedenen Zielen machen. Er hatte uns das während der Taxifahrt angeboten, der Preis schien in Ordnung zu sein.
Die Fahrt wird uns bis nach Xingping führen.

 

 


Zunächst fahren wir zu einer Teeplantage. Dort bekommen wir eine Führung, bei der wir erfahren, wie der Tee wächst und verarbeitet wird. Hier wird ohne Chemie gearbeitet, der Tee, den es hier gibt, hat eine sehr gute Qualität.
Am Ende der Führung dürfen wir in einer “kleinen” Teezeremonie verschiedene Sorten kosten. Wir lernen, wie man den Tee richtig zubereitet. Was wir probieren, schmeckt wirklich gut und so kaufen wir uns anschließend eine Packung Tee.
Unser Fahrer zeigt uns den Osmanthus Tree, einen Baum mit duftenden weißen Blüten, der der Stadt Guilin ihren Namen gegeben hat.
Es geht weiter nach Daxu, hier gibt es eine uralte Brücke und eine alte Dorfstraße mit Häusern zu sehen.

 

 

Zunächst kommt man an vielen kleinen Shops vorbei. Dann folgen nur noch traditionelle Wohnhäuser.

 

 

Die meisten Türen der Häuser stehen offen, sodass wir einen Blick in die Wohnungen werfen können. Sehr bescheiden, wie die Menschen hier wohnen und für uns sehr interessant.

 

 


Wir fahren ein Stück weiter und steigen auf ein Boot. Eigentlich soll es ein Bambusboot sein, aber es ist ein Nachbau aus Plastik. Wir sind mit dem Bootsführer allein auf dem Boot und fahren eine knappe Stunde 8,2 km auf dem Li-Fluss und können vom Wasser aus die Karstfelsen sehen.

 

 

Ein wunderschönes Bild. Unser Fahrer fährt währenddessen das Auto nach Caoping, wo wir an Land gehen und zu Mittag essen.
Anschließend geht es weiter in Richtung Xingping. Von einem Aussichtspunkt oben in den Bergen haben wir einen tollen Blick auf den Fluss und die Landschaft.
Wieder abwärts fahren wir bis zu einem bekannten Felsen, welches auf dem 20-Yuan-Geldschein abgebildet ist.

 

 


Das Gebiet am Fluss in Xingping ist eine einzige Baustelle, also machen wir schnell ein paar Fotos vom Geldscheinfelsen und dann geht es in einer 1,5stündigen Fahrt zurück zum Hotel.

 

 


Am Abend spazieren wir über die Brücke auf die andere Seite des Flusses. Wir wollen noch einmal auf den Markt, um Trockenfleisch zu kaufen. Schon von weitem sieht und hört man, wie voll es hier ist, also schnell Trockenfleisch kaufen und nichts wie weg. In einer Nebenstraße finden wir ein ruhiges Restaurant, in dem wir essen und dann fahren wir mit dem Taxi zum Hotel.
Taxis fahren hier jede Menge und man kann sie einfach an der Straße anhalten. Außerdem sind sie sehr preiswert.

 

Samstag 02.11.2019

Tag: 111 Guilin

leicht bewölkt bei ca. 26 Grad, spät Abends Regen

 

Guilin liegt im Südosten Chinas an den Ufern des Li-Flusses. Unser Hotel befindet sich direkt am Fluss und wir haben einen schönen Blick auf die Karsthügel.

 

Direkt uns gegenüber befindet sich der Fubo-Hügel. Wenn es dunkel wird, geht hier die volle chinesische Beleuchtung an, je bunter um so besser. Wir finden es ein bisschen kitschig, aber die Chinesen lieben es.
Auf dem Fluss fahren am Tag und bis zum Abend Schiffe, von denen man die Landschaft bewundern kann. Wir hören schon von weitem die Lautsprecher auf dem Schiff, die wahrscheinlich die Umgebung erklären. Natürlich wieder mal viel zu laut. Damit entfällt die Fahrt für uns. Das hatten wir schon auf dem Yangtsefluss.
Wir sind gestern abend aus Hongkong hier angekommen und wollen uns heute erstmal einen Überblick verschaffen, brauchen einen Geldautomaten und unsere Telefonkarten müssen aufgeladen werden.
Zunächst wandern wir auf die andere Seite des Flusses und wollen irgendwo eine Suppe essen. Wir gehen in eine typische Suppenküche, bei der man vorn am Eingang seine Bestellung aufgibt und auch gleich bezahlt. Die Frau an der Kasse ist ganz aufgeregt und unterhält sich auch gleich mit den Damen in der offenen Küche über uns. Allzuoft kommen hier wahrscheinlich keine Nicht-Asiaten zum Essen. Wir machen unsere Bestellung anhand der Bilder, bezahlen, geben unseren Bon in der Küche ab.

 

 

Die Suppen werden wie folgt zubereitet: in der Küche werden lange Nudeln, ähnlich wie Spaghetti aber dicker in eine Suppenschüssel getan, dazu gibt es Fleisch oder andere Beigaben und dann evtl. Erdnüsse oder Gemüse, je nachdem, was man bestellt hat. Dazu kommt Sojasauce und ein bisschen Scharfes. Dann bekommt man die Schüssel und kann sich an einem Beistelltisch noch andere Zutaten selbst zugeben. Es gibt klein gehackte grüne Bohnen, welche salzig, säuerlich und scharf sind, und klein gehackten Kohl, ebenfalls sehr scharf. Koriander ist ein Muss und wir lieben ihn. Meistens gibt es noch weitere Zutaten und zum Schluss kommt einfach kochend heißes Wasser drauf, welches man aus einem Wasserbehälter nimmt.

 

Nach dem Essen gehen wir durch die Stadt und sehen von unten ein Café, wo man am Fenster sitzen kann. Ein Kaffee oder Tee täte jetzt gut und so gehen wir in das von innen und außen sehr unscheinbares Gebäude. Das Restaurant ist kein Restaurant sondern ein Frisör, bei dem am Fenster Tische und Stühle stehen. Es ist nicht der einzige Salon, in dem Gebäude gibt es mehrere.
Als wir weiterschlendern, kommen wir zu einem Markt. Dort kaufen wir ein bisschen Trockenfleisch. Das Essen wir gern auf unseren Wanderungen. Außerdem gibt es ein Eis, welches aber im Müll landet, weil es nicht schmeckt.
Wir kommen zum Prinzen-Palast, haben aber keine Lust auf eine Besichtigung. Vielleicht an einem anderen Tag…
Der Weg führt uns zurück zum Fluss. Viele Menschen schauen uns wieder an, wir sind hier die Exoten. Ein Mann möchte ein Foto mit uns und seiner Tochter. Na klar, warum nicht…
Von weitem weckt der wunderschöne Fubo-Hügel unser Interesse. Dieser ist 120 m lang, 60 m breit und 213 m hoch. Nachdem wir Tickets für den Eintritt gekauft haben, kommen wir zunächst in einen kleinen Park. Hier sitzen Leute, die Karten spielen, ein alter Mann im Rollstuhl und seine Begleiterin begrüßen uns freundlich. Sie erzählt uns, dass der Mann schon 93 Jahre alt ist und noch irgendwas, was wir nicht verstehen.
Wir laufen ein paar Stufen hoch und sehen eine Frau und zwei Männer, die Karaoke machen. Dafür haben sie aufwendige Technik mitgebracht. Wir hören zu und klatschen, sie freuen sich. Die Chinesen lieben Karaoke, am liebsten lauthals in irgendeinem Park und natürlich mit Mikrofon.

 

Der Aufgang nach oben ist dann gesperrt und so wir laufen wieder runter.
Am Fuße des Hügels befindet sich die Pearl-Returning-Höhle, die sich aus einigen Seitenhöhlen zusammensetzt, ein richtiges Labyrinth. Hier gibt es Stalaktiten und Stalagniten. Außerdem gibt es 250 Statuen, viele von ihnen sind in die Wände des Felsen gemeißelt, und über 100 Inschriften aus verschiedenen Epochen.
Wir erklimmen den Hügel über steile Stufen. Von oben haben wir einen schönen Blick auf die Stadt und können über den Fluss bis zu unserem Hotel schauen.
Außer uns sind hier noch eine deutsche Reisegruppe und eine handvoll Chinesen.
Zurück zum Hotel fahren wir mit dem Taxi.
Am Abend finden wir auf unserer Seite des Flusses ein Restaurant, vor dem gegrillt wird. Freundlich werden wir hereingebeten, gehen ein paar Stufen nach und bestellen mit Händen, Füßen und Übersetzungs-App unser Essen. Es gibt Kohl, grünen Spargel, gegrillte Fleischspieße und Riesengarnelen. Das Ganze mit viel Knoblauch. Man bestellt hier alle Zutaten einzeln, dann kommt alles in die Mitte des Tisches und jeder nimmt sich, was er möchte.

 

Freitag 01.11.2019

Tag: 110 Hongkong – Guilin

 

Um 13:00 Uhr fahren wir mit dem Taxi zum Koolun West Bahnhof. Nach der Gepäckkontrolle geht es zur Passkontrolle. Am Selbstbedienungsautomaten sollen wir unsere Fingerabdrücke abgeben und wir müssen noch ein Formular für die Ausreise ausfüllen. Der Fingerabdruckautomat funktioniert nicht. So gehen wir zum Schalter, welcher sowohl Ausreiseschalter aus Hongkong als auch Einreiseschalter nach China ist. Dort werden unsere Fingerabdrücke genommen und auch wieder ein Foto gemacht.

 

Alles läuft reibungslos und anschließend sitzen wir im Wartesaal zum Zug und fahren mit diesem pünktlich um 13:57 Uhr aus Hongkong ab.

 

 

Die Strecke für den Hochgeschwindigkeitszug, welche wir heute fahren, ist erst im August 2019 eingeweiht worden. Die 530 km nach Guilin können wir nun ohne umzusteigen in gut drei Stunden zurücklegen.

 

 

Der Zug ist voll, leert sich aber nach dem ersten Stopp. Die Fahrt ist angenehm. Während wir zunächst Städte sehen, die sich nahtlos aneinanderreihen, wird die Landschaft irgendwann grüner. Wir sehen kleinere und größere Gärten und, wie wir vermuten, Garnelenzuchtanlagen.

 

Die Landschaft wird bergiger und wir fahren durch viele Tunnel. Plötzlich ist sie zu sehen, die weltberühmte eindrucksvolle Karstlandschaft, deren grüne Kegel von unterschiedlicher Größe sich in den Himmel strecken. Die Landschaft ist sehr besonders und wunderschön. Die Freude auf unser nächstes Ziel wächst.

 

 

Pünktlich um 18:08 Uhr kommen wir in Guilin an. Die Außentemperatur liegt bei 26 Grad Celsius. Ein Fahrer, den das Hotel auf Anfrage geschickt hat, fährt uns zum Hotel,  welches in 16 km Entfernung liegt. Während der Fahrt unterhalten wir uns mit ihm, er spricht gut Englisch. Allerdings frage ich mich mehr als einmal, warum er uns so anschreit…das fehlende Leisesprech-Gen? Er erzählt uns, dass er Kunstmaler ist, aber hier in Guilin für eine Tourstikagentur arbeitet. Und es gelingt ihm tatsächlich, uns für übermorgen eine Tour zu verkaufen.

 

Als wir gegen 19:00 Uhr ankommen, ist es bereits dunkel.

 

Unser Hotel liegt direkt am Fluss und ist ein kleines Hotel mit ca. 10 Zimmern.

 

 

Unser Zimmer ist groß mit zwei gemütlichen Sesseln und einem Tisch, einem kleineren Tisch mit Wassserkocher, Teekanne und Teeschalen. Weiterhin befindet sich im Zimmer unter dem Fenster eine Badewanne. Etwas abgeteilt gibt es eine großzügige Ankleideecke. Das Bad ist mit großer Dusche und einer Toilette, die es mal wieder an nichts fehlen lässt (ich hatte die Klos irgendwann schon mal beschrieben). Auf einem sich hinter dem Kopfende des Bettes befindlichen Podest gibt es einen Esstisch mit zwei Kissen, an dem man auf dem Fußboden sitzen kann. Rundum stimmig hat hier mal wieder irgendjemand ein Händchen fürs Detail bewiesen.

 

Hungrig machen wir uns auf den Weg, gehen ein Stück am Fluss entlang und finden ein typisches Restaurant. Für Thomas gibt es eine Suppe und für mich Gemüse, wir tauschen und vermischen alles ein bisschen und haben ein leckeres Essen,  dazu gibt es eine Cola und zusammen für umgerechnet nicht einmal vier Euro. Nach Japan und Hongkong gibt es hier etwas Erholung für den Geldbeutel…

 

Blick vom Hotel
Tourradar


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Ein Gedanke zu „China – Guilin Longsheng Zhangjiajie“

  1. Wir freuen uns immer auf Eure Beiträge. Nächstes Jahr wollen wir auch nach China, deshalb studieren wir die Seiten genau
    Interessante Reiseberichte und Tipps die ihr da geht… Vielen Dank!

Kommentare sind geschlossen.